Segen und Segensgebete

Segen und Segensgebete

Das Segnen gehört zu Urgesten des Menschen. Denn Segnungen sind in allen Religionen anzutreffen. Eine besondere Bedeutung gewinnt der Segen in der Geschichte des Gottesvolkes Israel, woher sich unsere Kirche durch Jesus Christus als Glaubensgemeinschaft ableitet.
Auf diese Lebensgemeinschaft von Gott und Mensch spricht die Bibel in doppelter Form: Gott wirkt, d.h. er schenkt Segen, der Mensch antwortet (Lobpreis). Der Segen Gottes hat sein Ziel erst dann erreicht, wenn der Mensch auf diesen Segen Gottes antwortet (Lobpreis).
Gestaltung und Elemente (Unten finden Sie eine Vollform, Vereinfachungen sind möglich):

  • Eröffnung mit Gesang
  • Begrüßung und Einführung
  • Eröffnungsgebet
  • Schriftlesung
  • Antwortgesang
  • Ansprache
  • Segnung
  • Fürbitte
  • Vater unser
  • Entlassung

 

Segnungen im Laufe des Kirchenjahres

Segnung des Adventkranzes

Adventkränze und –lichter sind im Volke beliebte Zeichen. Denn Licht weist Weg, vertreibt Angst und fördert Gemeinschaft. Das Licht der 4 Kerzen zeigt den stufenweisen Aufstieg zum vollen Licht der Weihnacht, der grüne Kranz bedeutet Leben und Gemeinschaft du ist Zeichen der Hoffnung, das nicht Dunkel und Tod, sondern Licht und Leben siegen werden.

Blasiussegen

Der heilige Blasius hat, die lebende berichtet, als Märtyrer im Gefängnis ein halskrankes Kind gesegnet und gerettet. So erinnert der Blasiussegen (Nachmittag des 2. und am ganzen Tag des 3. Februar als Gedenktag) an die Fürbitte dieses Märtyrers, der Fürsprecher auch und vor allem für unsere leibliche Gesundheit ist.

Aschenkreuz

Die 40 Tage (ohne Sonntage), daher Quadragesima genannt, sind eher bekannt als „Fastenzeit“. Der Sinn: Der ganze Mensch soll frei und gesund werden; sich selbst wieder finden: das Einüben du Verwirklichen, was er durch die Taufe geworden ist – neuer Mensch in dem Christus sichtbar wird!
Sichtbares Zeichen des Starts in diese neue Zeit ist die Austeilung des Aschenkreuzes.
Die Religionsgeschichte weist die Asche als Bild der Vergänglichkeit aus. Sich das Haupt mit Asche zu bestreuen, galt bei Israeliten aber davor bei Ägyptern, Arabern und Griechen, als ausdrucksvolle Gebärde der Klage. Im Christentum wurde das Zeichen verdichtet als altkirchliche Sitte, das öffentlich bekannte SünderInnen im grauen Gewand mit Asche bestreut ihre Bußzeit antreten, um zu Ostern als Büßer entlassen und als Erneuerte lebendig zu werden.

Die Feier der Segnung für Kinder

Kinder sind heute mehr denn je existentieller Reichtum und finanzieller Schatz, denn aus unserer christlichen Sicht kann Kind nie „Schadenfall“ sein.
Darum bitten Eltern (in leiblicher und sozialer Verantwortlichkeit) um Segen für ihr Kind/ihre Kinder, weil sie besonders auf Hilfe und Schutz in göttlicher und menschlicher Form angewiesen sind.
Der Eintritt in die Schule ist für jedes Kind ein wichtiger Lebensabschnitt. Für unsere Kindergartenkinder halten wir zumeist Ende Mai, Anfang Juni eine solche Feier mit Gesang, Tanz, Gebet, Handauflegung und Segnung.

Die Feier des Segnung einer Wohnung …

… eines Hauses, eines Geschäftes, einer Bankfiliale, eines Kraftfahrzeuges, …
In der Bibel unserer älteren Geschwister im Glauben (das von Gott erwählte Volk Israel) verwendet für Segen das Wort „berek“, d.h. im Namen Gottes wird Menschen oder Gegenständen eine neue, d.h. über Augenblick und Sachlichkeit hinausweisende, von Gottes Ebenbild abgeleitete, neue Wirklichkeit zugesprochen.
All das gilt vor allem und insbesondere auch bei Segnungen von religiösen Zeichen und Devotionalien.

Segen, den „Priester“ sprechen sollen (vgl. Num 6,24ff.),
als Aaronitischer Segen

„Der  Herr Segne dich und behüte dich.
Der Herr lasse sein Angesicht über dir leuchten du sei dir gnädig.
Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Heil.“
(Einheitsübersetzung)

„Der Herr möge euch reich beschenken und euch beschützen.
Freundlich blicke er euch an und wende euch seine Liebe zu!
Er sei euch nahe und schenke euch Glück und Frieden!“
(Bibel in heutigem Deutsch)