{"id":17157,"date":"2024-10-03T22:14:19","date_gmt":"2024-10-03T20:14:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/?page_id=17157"},"modified":"2024-11-20T21:36:23","modified_gmt":"2024-11-20T19:36:23","slug":"tag-14a","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/adventimpulse\/tag-14a\/","title":{"rendered":"Das l\u00e4chelnde Christkind"},"content":{"rendered":"\n<h2 style=\"text-align: center;\">Wor\u00fcber das Christkind l\u00e4cheln musste<\/h2>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>(Ein Text von Karl Heinrich Waggerl)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Als Josef mit Maria von Nazareth her unterwegs war,<br>um in Bethlehem anzugeben, dass er von David abstamme<br>&#8211; was die Obrigkeit so gut wie unsereins<br>h\u00e4tte wissen k\u00f6nnen, weil es ja l\u00e4ngst geschrieben<br>stand -, um jene Zeit also kam der Engel Gabriel,<br>heimlich noch einmal vom Himmel herab, um im<br>Stalle nach dem Rechten zu sehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Es war ja sogar f\u00fcr einen Erzengel in seiner Erleuchtung<br>schwer zu begreifen, warum es nun der allererb\u00e4rmlichste<br>Stall sein musste, in dem der Herr zur<br>Welt kommen sollte, und seine Wiege nichts weiter<br>als eine Futterkrippe. Aber Gabriel wollte wenigstens<br>noch den Winden gebieten, dass sie nicht so grob<br>durch die Ritzen pfiffen, und die Wolken am Himmel<br>sollten nicht gleich wieder in R\u00fchrung zerflie\u00dfen und<br>das Kind mit ihren Tr\u00e4nen \u00fcbersch\u00fctten, und was<br>das Licht in der Laterne betraf, so musste man ihm<br>noch einmal einsch\u00e4rfen, nur bescheiden zu leuchten<br>und nicht etwa zu blenden und zu gl\u00e4nzen wie<br>der Weihnachtsstern.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Der Erzengel st\u00f6berte auch alles kleine Getier aus<br>dem Stall, die Ameisen und Spinnen und M\u00e4use, es<br>war nicht auszudenken, was geschehen konnte,<br>wenn sich die Mutter Maria vielleicht vorzeitig \u00fcber<br>eine Maus entsetzte! Nur Esel und Ochs durften<br>bleiben. Der Esel, weil man ihn sp\u00e4ter ohnehin f\u00fcr<br>die Flucht nach \u00c4gypten brauchte, und der Ochs,<br>weil er so riesengro\u00df und so faul war, dass ihn alle<br>Heerscharen des Himmels nicht h\u00e4tten von der Stelle<br>bringen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Zuletzt verteilte Gabriel noch eine Schar Engelchen<br>im Stall herum auf den Dachsparren, es waren solche<br>von der kleinen Art, die fast nur aus Kopf und Fl\u00fcgeln<br>bestehen. Sie sollten ja auch blo\u00df still sitzen<br>und Acht haben und sogleich Bescheid geben, wenn<br>dem Kinde in seiner nackten Armut etwas B\u00f6ses<br>drohte. Noch ein Blick in die Runde, dann hob der<br>M\u00e4chtige seine Schwingen und rauschte davon.<br>Gut so. Aber nicht ganz gut, denn es sa\u00df noch ein<br>Floh auf dem Boden der Krippe in der Streu und<br>schlief. Dieses winzige Scheusal war dem Engel Gabriel<br>entgangen, versteht sich, wann hatte auch ein<br>Erzengel je mit Fl\u00f6hen zu tun!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Als nun das Wunder geschehen war, und das Kind<br>lag leibhaftig auf dem Stroh, so voller Liebreiz und so<br>r\u00fchrend arm, da hielten es die Engel unterm Dach<br>nicht mehr aus vor Entz\u00fccken, sie umschwirrten die<br>Krippe wie ein Flug Tauben. Etliche f\u00e4chelten dem<br>Knaben balsamierte D\u00fcfte zu, und die anderen zupften<br>und zogen das Stroh zurecht, damit ihn ja kein<br>H\u00e4lmchen dr\u00fccken oder zwicken m\u00f6chte. Bei diesem<br>Geraschel erwachte aber der Floh in der Streu.<br>Es wurde ihm gleich himmelangst, weil er dachte, es<br>sei jemand hinter ihm her, wie gew\u00f6hnlich. Er fuhr in<br>der Krippe herum und versuchte alle seine K\u00fcnste,<br>und schlie\u00dflich, in der \u00e4u\u00dfersten Not, schl\u00fcpfte er<br>dem g\u00f6ttlichen Kinde ins Ohr.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">&#8222;Vergib mir!&#8220;, fl\u00fcsterte der Floh atemlos, &#8222;aber ich<br>kann nicht anders, sie bringen mich um, wenn sie<br>mich erwischen. Ich verschwinde gleich wieder, g\u00f6ttliche<br>Gnaden, lass mich nur sehen, wie!&#8220; Er \u00e4ugte<br>also umher und hatte auch gleich einen Plan. &#8222;H\u00f6re<br>zu&#8220;, sagte er, &#8222;wenn ich alle Kraft zusammennehme<br>und wenn du still h\u00e4ltst, dann k\u00f6nnte ich vielleicht<br>die Glatze des heiligen Josef erreichen, und von dort<br>weg kriege ich das Fensterkreuz und die T\u00fcr&#8220; &#8230;<br>&#8222;Spring nur&#8220;, sagte das Jesuskind unh\u00f6rbar, &#8222;ich halte<br>still!&#8220; Und da sprang der Floh. Aber es lie\u00df sich<br>nicht vermeiden, dass er das Kind ein wenig kitzelte,<br>als er sich zurechtr\u00fcckte und die Beine unter den<br>Bauch zog.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">In diesem Augenblick r\u00fcttelte die Mutter Gottes<br>ihren Gemahl aus dem Schlaf. &#8222;Ach, sieh doch!&#8220; sagte<br>Maria selig, &#8222;er l\u00e4chelt schon!&#8220;<\/p>\n<p><em>(Den Text hat Ursula ausgesucht.)<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/advimp-tag14.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-17281\" src=\"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/advimp-tag14.jpg\" alt=\"\" width=\"93\" height=\"367\" srcset=\"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/advimp-tag14.jpg 93w, https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/advimp-tag14-38x150.jpg 38w, https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/advimp-tag14-76x300.jpg 76w\" sizes=\"auto, (max-width: 93px) 100vw, 93px\" \/><\/a><\/p>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wor\u00fcber das Christkind l\u00e4cheln musste (Ein Text von Karl Heinrich Waggerl) Als Josef mit Maria von Nazareth her unterwegs war,um in Bethlehem anzugeben, dass er von David abstamme&#8211; was die Obrigkeit so gut wie unsereinsh\u00e4tte wissen k\u00f6nnen, weil es ja l\u00e4ngst geschriebenstand -, um jene Zeit also kam der Engel Gabriel,heimlich noch einmal vom Himmel [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":17131,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-17157","page","type-page","status-publish"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-06-22 11:24:28","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/17157","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17157"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/17157\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":17642,"href":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/17157\/revisions\/17642"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/17131"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17157"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}