{"id":17957,"date":"2025-01-13T11:44:27","date_gmt":"2025-01-13T10:44:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/?page_id=17957"},"modified":"2025-01-13T11:44:28","modified_gmt":"2025-01-13T10:44:28","slug":"predigt-zu-hl-drei-koenige-6-1-2025","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/predigten\/predigt-zu-hl-drei-koenige-6-1-2025\/","title":{"rendered":"Predigt zu &#8222;hl. drei K\u00f6nige&#8220; (6.1.2025)"},"content":{"rendered":"\n<h4>Predigt von P. Dominik im 10 Uhr Gottesdienst<\/h4>\n<p>Der Bericht des Evangeliums \u00fcber die drei K\u00f6nige ist der so genannte Midrasch. Dabei handelt es sich um eine j\u00fcdische Literaturgattung, in der die tiefste Wahrheit \u00fcber eine Person oder ein Ph\u00e4nomen durch bestimmte Bilder vermittelt wird.<\/p>\n<p>Es ist erw\u00e4hnenswert, dass im Altertum nicht nur Juden diese literarische Technik verwendeten. In der altindischen Geschichte des Buddha beispielsweise lesen wir, dass er unmittelbar nach seiner Geburt aus dem Leib seiner Mutter aufstand und in die Welt hinausging, um seine Weisheit zu lehren. Das bedeutet aber nicht, dass seine Anh\u00e4nger dieses Bild w\u00f6rtlich nahmen. Sie waren vielmehr davon \u00fcberzeugt, dass der Buddha ein gro\u00dfer Mensch war, und dieses Kindheitsbild war ein aussagekr\u00e4ftiges Symbol f\u00fcr diese Tatsache.<\/p>\n<p>In \u00e4hnlicher Weise gibt es zahlreiche Berichte \u00fcber die unglaublichen Ereignisse, die sich angeblich am Tag der Geburt Alexanders des Gro\u00dfen ereignet haben sollen. Sie wurden im Nachhinein erfunden und niedergeschrieben, um die Biografie des bedeutenden Herrschers symbolisch zu erg\u00e4nzen.&nbsp;<\/p>\n<p>Wer waren die drei K\u00f6nige? Sie waren wahrscheinlich Vertreter der priesterlichen und intellektuellen Elite Persiens. Wurden sie von einem Stern zur Krippe gef\u00fchrt? Das wissen wir (rein historiographisch) nicht, also k\u00f6nnen wir es auch nicht beurteilen. Aber wir wollen uns die Bedeutung dieses Ereignisses ansehen. Nun, Vertreter der Elite eines Landes, das zu jener Zeit in den Bereichen Medizin, Astronomie, Literatur und Technologie weltweit f\u00fchrend war, huldigen einem kleinen Kind in einer j\u00fcdischen Stadt, das der Welt unbekannt war.<\/p>\n<p>Sie, die auf die Macht ihres Staates und seine Errungenschaften zu Recht stolz waren, verneigten sich vor dem Neugeborenen. Herodes hingegen, der zwar auch neugierig war, wer Jesus war, zeigte genau die gegenteilige Einstellung. Seine selbstgef\u00e4llige Haltung bestand darin, dass er den zweiten Tempel in Jerusalem wiederhergestellt und erweitert hatte. <br>Er konzentrierte sich auf seine eigene vermeintliche Gr\u00f6\u00dfe und Fr\u00f6mmigkeit und erkannte Jesus nicht als Gott und Retter. Er hat ihm auf symbolischer Eben drei Gaben, mit denen die Weisen gekommen waren, schlechthin verweigert.<\/p>\n<p>Diese wiederum brachten Gold, Weihrauch und Myrrhe. Gold bedeutete, dass sie das Christkind als K\u00f6nig anerkannten, nicht nur der ganzen Welt, sondern auch ganz konkret ihres eigenen Lebens. Die Myrrhe hingegen steht wegen ihres stechenden Geruchs und ihrer balsamischen Eigenschaften im Zusammenhang mit Jesus f\u00fcr sein zuk\u00fcnftiges Begr\u00e4bnis, w\u00e4hrend sie im Kontext des Lebens der Weisen wie auch unserer Biographie die Bereitschaft bedeutet, sich f\u00fcr Gott aufzuopfern. Sie steht also f\u00fcr ein konkretes, beharrliches und nicht einfaches Ringen um unser eigenes ewiges Heil. Schlie\u00dflich ist Weihrauch in erster Linie ein Symbol f\u00fcr das Gebet, das wie Rauch zu Gott aufsteigt. Ein wahrer Weiser ist ein Mann des beharrlichen Gebets. Er wei\u00df, dass er, wenn er sich nicht in den Raum der Gegenwart Gottes begibt (dies k\u00f6nnte die Definition des Gebets sein), auf Dauer hilflos und wehrlos gegen\u00fcber dem B\u00f6sen in und um ihn herum ist. Au\u00dferdem riecht Weihrauch sch\u00f6n. Er ist ein Hinweis darauf, dass der Glaube als die Suche nach der Wahrheit und das Streben nach dem Guten auch erfordert, dass wir die Sch\u00f6nheit lieben, sei es in der Kunst oder in der Natur oder letztlich in uns selbst und in anderen.<\/p>\n<p>Interessant ist auch, dass im Mittelalter, als die Hygiene unter den einfachen Leuten oft auf einem niedrigen Niveau lag, in massenweise besuchten Kirchen Weihrauch verwendet wurde, um den unangenehmen Geruch zu vertreiben. Schlie\u00dflich wurde Weihrauch in vorchristlichen Religionen als Symbol zur Abwehr b\u00f6ser Geister verwendet. Die Weisen erinnern uns daran, dass der Weg zum Himmel unter anderem durch einen sehr realen Kampf gegen die realen Kr\u00e4fte des pers\u00f6nlichen B\u00f6sen f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Und nun der letzte Aspekt des heutigen Festes. Die drei Weisen werden auch als Vertreter anderer Religionen gesehen, die schlie\u00dflich nach langem Suchen das Heil in Jesus Christus finden. Aber was ist mit denen, die bis zum Ende ihres Lebens zum Glauben an ihn nicht finden? Nun, es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass Jesus, obwohl er zu einer bestimmten Zeit ein konkreter Mensch wurde und konkret auf den Alt\u00e4ren der Welt erscheint, immer noch Herr des Kosmos bleibt und sich allen Menschen in allen Kulturen und Religionen auf eine nur ihm bekannte mystische Weise mitzuteilen vermag\u2026<\/p>\n<p>Guten Rusch ins Neujahr und ins Herz Jesu, wo die wahre Liebe auf uns wartet\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt von P. 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