{"id":19631,"date":"2026-01-09T16:23:58","date_gmt":"2026-01-09T15:23:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/?page_id=19631"},"modified":"2026-01-09T16:24:00","modified_gmt":"2026-01-09T15:24:00","slug":"tag-des-friedens-1-1-2026-bruder-emanuel-huemer","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/predigten\/tag-des-friedens-1-1-2026-bruder-emanuel-huemer\/","title":{"rendered":"Tag des Friedens (1.1.2026), Bruder Emanuel Huemer"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n<p>Lesung: Gal 4, 4-7<br>Evangelium: LK 2,16-21<\/p>\n<h3>Frieden<\/h3>\n<p>Kaum ein Fest ist mit so hohen Erwartungen aufgeladen wie das Weihnachtsfest. Erwartungen an ein harmonisches Fest im Kreise der Familie. &nbsp;Und wir erleben, wie zerbrechlich dieser Friede ist. Selbst die Friedenskerze ist unbeabsichtigt umgefallen und wird zum Symbol f\u00fcr diese Zerbrechlichkeit. Aber auch das Kind in der Krippe, der kleine Friedensf\u00fcrst ist mit einer \u201aunglaublichen\u2018 Erwartung aufgeladen. Der Messias werde einst den Erdkreis befrieden\/erl\u00f6sen.<\/p>\n<p>Zu Jahresbeginn feiert die katholische Kirche den Weltfriedenstag und r\u00fcckt somit noch einmal die zentrale Botschaft des Weihnachtstags, die, die Engeln den Hirten verk\u00fcnden ins Zentrum \u201eFriede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens\u201c<\/p>\n<p>Die Erwartungen nach echten Frieden sind hoch. Die Menschheit sehnt sich danach, wie es Jesaja formuliert und wie es kaum sch\u00f6ner ausgedr\u00fcckt werden kann:<\/p>\n<p>\u00bb<em>Er wird Recht schaffen zwischen den Nationen und viele V\u00f6lker zurechtweisen. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Winzermessern. Sie erheben nicht das Schwert, Nation gegen Nation, und sie erlernen nicht mehr den Krieg. Haus Jakob, auf, wir wollen gehen im Licht des Herrn<\/em>\u00ab (<em>Jes<\/em> 2,4-5).<\/p>\n<p>Ich habe mich auf die Suche gemacht und verschiedene Hinweise gesucht, wie das Gesetz des St\u00e4rkeren, das unsere Welt zu bestimmen scheint aufgeweicht werden kann.<\/p>\n<ul>\n<li>F\u00fcndig geworden bin ich bei Mahatma Ghandi der die Rache eingrenzt, wenn er biblisch inspiriert sagt: \u201e<em>Auge um Auge f\u00fchrt nur dazu, dass die ganze Welt erblindet.\u201c<\/em><\/li>\n<li>Eindeutig bringt Berta von Suttner die Abgrenzung zur Rache als Irrweg zum Ausdruck: \u201c<em>Rache und immer wieder Rache! Keinem vern\u00fcnftigen Menschen wird es einfallen, Tintenflecken mit Tinte, \u00d6lflecken mit \u00d6l wegputzen zu wollen &#8211; nur Blut, das soll immer wieder mit Blut ausgewaschen werden<\/em>.\u201d<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Galaterbrief, den wir heute geh\u00f6rt haben gibt uns einen Hinweis darauf welche Weise Jesus frieden schafft:<\/p>\n<ul>\n<li><em>\u201aGott sandte uns seinen Sohn. <\/em><em>Damit er uns alle, die wir Gefangene des Gesetzes waren, befreie. Und so hat er den Weg daf\u00fcr bereitet, dass Gott uns als seine eigenen T\u00f6chter und S\u00f6hne annehmen konnte. Weil ihr nun S\u00f6hne und T\u00f6chter seid, schickte uns Gott den Geist seines Sohnes ins Herz, der ruft: \u201eAbba, lieber Vater.\u201c\u2018<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Galaterbrief ist ein Dokument einer grenz\u00fcberschreitenden, solidarischen Glaubenspraxis, die sich im Angesicht globaler Herrschafts- und Gewaltordnungen das Vertrauen auf eine \u201eandere Welt\u201c nicht ausreden l\u00e4sst. Es geht um einen Glauben, der sich verweigert, wenn im Namen Gottes die G\u00f6tzen des Imperiums und die M\u00e4chte und Gewalten der Welt angebetet werden.<\/p>\n<ul>\n<li>Der Weg Jesu f\u00fchrt schlie\u00dflich, \u00fcber die Entfeindungsliebe zur Lebenshingabe um die Gewalten und M\u00e4chte aufzudecken, die sich dem Gesetz des St\u00e4rkeren hingeben. In den Passionsgeschichten entlarvt er f\u00fcr den aufmerksamen Leser, die aufmerksame Leserin den S\u00fcndenbockmechanismus.<\/li>\n<li>Dietrich Bonhoeffer, der \u00e4hnlich wie Heinrich Maier im Kriegszustand lebte reflektiert auf den Frieden Christi und f\u00fchrt uns den IRRWEG der Sicherheit vor Augen:<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Es gibt keinen Weg zum Frieden auf dem Weg der Sicherheit.<br><\/em><em>Denn der Friede mu\u00df gewagt werden. Friede ist das<br><\/em><em>Gegenteil von Sicherung. Sicherheiten fordern hei\u00dft Mi\u00dftrauen<br><\/em><em>haben, und dieses Mi\u00dftrauen gebiert wiederum Krieg.<br><\/em><em>Sicherheiten suchen hei\u00dft sich selber sch\u00fctzen wollen.<br><\/em><em>Friede hei\u00dft sich g\u00e4nzlich ausliefern dem Gebot Gottes, keine Sicherung<br><\/em><em>wollen, sondern in Glauben und Gehorsam dem allm\u00e4chtigen<br><\/em><em>Gott die Geschichte der V\u00f6lker in die Hand legen.<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>In dieselbe Kerbe schl\u00e4gt auch Papst Leo in seiner Friedensbotschaft zum heutigen Weltfriedenstag: <em>Echte Friedensbem\u00fchungen setzen voraus, dass an die Stelle des obersten Gesetzes, worauf der Friede sich heute st\u00fctzt, ein ganz anderes Gesetz trete, wonach der wahre Friede unter den V\u00f6lkern nicht durch die Gleichheit der milit\u00e4rischen R\u00fcstung, sondern <strong>nur durch gegenseitiges Vertrauen<\/strong> fest und sicher bestehen kann.<\/em><\/li>\n<li>Papst Franziskus stellt uns in seiner Weise in der Enzyklika <em>Fratelli tutti<\/em> den heiligen Franz von Assisi zu seiner Zeit als Beispiel f\u00fcr einen Friedensstifter vor: <em>\u00bbIn jener Welt voller Wacht\u00fcrme und Verteidigungsmauern erlebten die St\u00e4dte blutige Kriege zwischen m\u00e4chtigen Familien, w\u00e4hrend die Elendsviertel der Ausgesto\u00dfenen an den R\u00e4ndern wuchsen. Dort empfing Franziskus innerlich den wahren Frieden, (in der Begegnung mit den Armen) er befreite sich von jedem <strong>Verlangen, andere zu beherrschen<\/strong>, er wurde einer der Geringsten und versuchte in Harmonie mit ihnen zu leben.\u00ab <\/em><\/li>\n<li>Von niemanden wurde diese Franziskanische Lebensweise so pointiert ausgedr\u00fcckt wie von Simone Weil. \u201a<em>Der Held r\u00fcstet sich, der Heilige geht nackt\u2018<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>So ungesch\u00fctzt, auf Hilfe angewiesen und zugleich entwaffnend wie das Jesus-Kind in der Krippe daliegt- so beginnt sich die PAX CHRISTI am Rande des R\u00f6mischen Imperiums, der tr\u00fcgerischen PAX ROMANA seinen Weg durch die Geschichte zu bahnen. An seinem Lebensweg k\u00f6nnen wir den wahren Frieden erkennen.<\/p>\n<p>Ich kenne Menschen, \u00fcber deren Gesicht geht bisweilen ein Leuchten. Sie sehen mich an, sie lachen mich an, ich f\u00fchle mich wohl und vor allem angenommen. Im Kind in der Krippe schaut uns Gott an und strahlt \u00fcber das ganze Gesicht, wie uns der Anblick eines Babys ber\u00fchrt und uns warm ums Herz werden l\u00e4sst. Gott sieht uns wohlwollend an. Er ist um uns Menschen besorgt, um das Gl\u00fccken unseres Lebens. Darin leuchtet der Friede auf in unserer Mitte.<\/p>\n<p>Warum wurde Gott Mensch?<\/p>\n<p><em>F\u00fcr diese Erde ohne Licht<br><\/em><em>wird der Herr geboren.<br><\/em><em>Um die Finsternis zu besiegen,<br><\/em><em>wird der Herr geboren.<br><\/em><em>Um unsere Welt zu ver\u00e4ndern,<br><\/em><em>wird der Herr alle Tage geboren.<br><\/em><em>Um die Freiheit zu bringen,<br><\/em><em>wird der Herr geboren.<br><\/em><em>Um von jeder Form der Knechtschaft zu befreien,<br><\/em><em>wird der Herr geborgen,<br><\/em><em>Um Frieden zu bringen,<br><\/em><em>wird der Herr geboren\u2026\u201c<br><\/em><sup>Kurt Marti: Vamos Caminando, Peru 1977, Seite 48f.<\/sup><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":6833,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-19631","page","type-page","status-publish"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-23 08:32:51","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/19631","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19631"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/19631\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":19632,"href":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/19631\/revisions\/19632"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/6833"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19631"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}