{"id":19750,"date":"2026-02-09T10:42:45","date_gmt":"2026-02-09T09:42:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/?page_id=19750"},"modified":"2026-02-09T10:42:47","modified_gmt":"2026-02-09T09:42:47","slug":"5-sonntag-im-jahreskreis-8-2-2026-susanne-lehne","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/predigten\/5-sonntag-im-jahreskreis-8-2-2026-susanne-lehne\/","title":{"rendered":"5. Sonntag im Jahreskreis (8.2.2026), Susanne Lehne"},"content":{"rendered":"\n<p>Predigt im Rahmes der Wort-Gottes-Feier um 10 Uhr<\/p>\n<p>Liebe Mitchristinnen und Mitchristen,<\/p>\n<p>die heutigen Schriftlesungen zeigen uns, dass das Evangelium Konsequenzen in unserem Leben haben soll. Christ werden ist ein lebenslanger Prozess, bei dem wir lernen sollen nicht nur f\u00fcr uns selbst, sondern f\u00fcr andere zu leben.<\/p>\n<p>In der 1. Lesung fordert der Prophet die Gemeinde, die aus dem Exil zur\u00fcckgekehrt ist, auf sich ganz konkret um Bed\u00fcrftige zu k\u00fcmmern. Anstatt sich auf Opferrituale zu verlassen, sollen sie an Hungrige Brot austeilen, Obdachlose aufnehmen, Nackte bekleiden, und sich den Verwandten nicht entziehen. Diese Aufforderungen lassen sich sowohl buchst\u00e4blich als auch im \u00fcbertragenen Sinn verstehen.<\/p>\n<p>Hunger zu stillen, bedeutet neben physischen Hunger, eben auch Zuwendung, Wertsch\u00e4tzung, Ermutigung zu schenken.<\/p>\n<p>Obdachlose aufzunehmen kann auch bedeuten eine andere Denkweise nicht von vornherein abzulehnen, Verschiedenheit gelten zu lassen und zu tolerieren.<\/p>\n<p>Nackte zu bekleiden kann auch hei\u00dfen jemanden nicht blo\u00dfzustellen, jemandem Besserung zuzutrauen, jemandem Schutz zu bieten.<\/p>\n<p>Beziehungen mit Verwandten zu verbessern, kann weitere Kreise ziehen bis hin zur Pflege besserer Beziehungen in der Nachbarschaft und mit Neuzugezogenen und Fremden.<\/p>\n<p>Das heutige Evangelium stammt aus der Bergpredigt bei Matth\u00e4us und folgt unmittelbar auf die Seligpreisungen, die wir letzten Sonntag geh\u00f6rt haben. Jesus spricht uns direkt an und macht zwei Zusagen:<\/p>\n<p>\u201eIhr seid das Salz, das die Welt vor F\u00e4ulnis bewahrt und dem Leben W\u00fcrze verleiht.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIhr seid das Licht, das die Welt erhellt.\u201c<\/p>\n<p>Was meint er damit? Salz war in einer Zeit bevor es K\u00fchlschr\u00e4nke gab ein ganz wichtiges Mittel um Speisen zu konservieren und bis heute ist es beim W\u00fcrzen von Speisen unerl\u00e4sslich. Selbst in geringen Mengen hebt es den Eigengeschmack von Lebensmitteln hervor. Jesus traut uns also zu, durch unser Handeln das Leben f\u00fcr andere schmackhafter zu machen. Wenn wir wie Salz wirken sollen, kommt es auf das richtige Ma\u00df an. Oft braucht es nicht viel, es kann im Kleinen, im Verborgenen geschehen. Es gibt viele kleine Taten und kleine Worte, die das Leben schmackhafter machen und anderen Hoffnung schenken. So kann durch unser Tun Ver\u00e4nderung geschehen.<\/p>\n<p>Das Bild vom Licht ist f\u00fcr uns vielleicht noch anschaulicher. Die Dunkelheit, die uns oft umgibt, verlangt ein vielf\u00e4ltiges Engagement. Wenn Menschen einsam, krank oder arbeitslos sind, sind wir aufgerufen, ihnen zuzuh\u00f6ren, um ihr Leben zu erhellen. Lichtbringer f\u00fcr andere zu werden, kann bedeuten sie zu ermutigen, sie aufzurichten und ihnen Halt und Orientierung zu geben.<\/p>\n<p>Wir f\u00fchlen uns vielleicht \u00fcberfordert und trauen uns das gar nicht zu. In der 2. Lesung erinnert uns Paulus daran, dass wir &#8211; wie er &#8211; schwach und \u00e4ngstlich sind, aber dass es darauf nicht ankommt. Nicht auf unsere menschliche Kraft kommt es an, sondern auf den Geist Gottes, der in uns wirkt. \u201eEuer Glaube sollte sich nicht auf Menschenweisheit gr\u00fcnden, sondern auf Gottes rettende Kraft!\u201c (1 Kor 2,5). Mit dieser Kraft k\u00f6nnen wir allm\u00e4hlich hineinwachsen in die Zusagen Jesu. Aus der Gabe der Taufe \u2013 aus dem Geschenk des Hl. Geistes &#8211; erw\u00e4chst f\u00fcr uns die Aufgabe \u201eSalz\u201c und \u201eLicht\u201c zu sein.<\/p>\n<p>Wir werden wahrscheinlich immer wieder \u201eschal schmecken\u201c und unser Licht unter den Scheffel stellen.<\/p>\n<p>Aber die Zusage Jesu gilt immer wieder neu. Er traut dir und mir zu, f\u00fcr andere Menschen \u201eSalz der Erde\u201c und \u201eLicht der Welt\u201c zu werden.&nbsp; Er hat uns das vorgelebt und gezeigt, in seinem unerm\u00fcdlichen Einsatz f\u00fcr schwache, ausgegrenzte, arme Menschen. Gehen wir in seiner Spur und versuchen wir ihm nachzufolgen. Er traut uns das zu \u2013 also trauen wir uns!<\/p>\n<p>Professor Paul Zulehner spricht davon, dass \u201eWir \u2013 WIR ALLE &#8211; das 5. Evangelium sein sollen\u201c \u2013 das hei\u00dft, dass die Botschaft Jesu in uns allen sichtbar werden soll. Wie wir unser Leben gestalten \u2013 unser Sein und Handeln \u2013 soll unseren Glauben reflektieren. Menschen sollen sp\u00fcren wie sehr uns Jesus erf\u00fcllt. Wie Augustinus es ausgedr\u00fcckt hat: \u201eNur wer innerlich brennt, kann leuchten!\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt im Rahmes der Wort-Gottes-Feier um 10 Uhr Liebe Mitchristinnen und Mitchristen, die heutigen Schriftlesungen zeigen uns, dass das Evangelium Konsequenzen in unserem Leben haben soll. Christ werden ist ein lebenslanger Prozess, bei dem wir lernen sollen nicht nur f\u00fcr uns selbst, sondern f\u00fcr andere zu leben. In der 1. 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