{"id":709,"date":"2012-08-25T22:31:01","date_gmt":"2012-08-25T20:31:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/?page_id=709"},"modified":"2021-07-11T20:16:13","modified_gmt":"2021-07-11T19:16:13","slug":"geschichte-der-pfarre","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/pfarre-von-a-z\/information\/geschichte-der-pfarre\/","title":{"rendered":"Geschichte der Pfarre"},"content":{"rendered":"<h1>Geschichte der Pfarre Gersthof<\/h1>\n<p>Die Pfarre Gersthof, gegr\u00fcndet vor mehr als 250 Jahren im Wein- und Milchbauerndorf Gersthof, wurde nicht \u201evon oben\u201c geschaffen, sondern von einem Laien \u201eins Dorf\u201c geholt:<\/p>\n<p>Matth\u00e4us Lydl von Schwanau kehrt nach langer T\u00e4tigkeit als Hofkriegsrat in sein Gersthofer Geburtshaus zur\u00fcck, l\u00e4sst da eine Kapelle errichten, die allen Dorfbewohnern zugute kommen soll und benennt sie nach dem hl. Johannes Nepomuk (Bauzeit 1736-37, Weihe 1739). Mit seiner Lebenserfahrung sorgt er auch f\u00fcr die wirtschaftliche Absicherung der Kapelle und ist in ihr begraben.<\/p>\n<p>Leider fiel die wirtschaftliche Absicherung den Folgen des Siebenj\u00e4hrigen Kriegs zum Opfer. Auch die Erhebung zur Pfarre 1783 unter Josef II. half nichts,&nbsp; die Inflation machte dem Stiftungskapital beinahe den Garaus. Der damalige Pfarrer litt so bittere Not, dass er um Versetzung ansuchte. Die Pfarre war zwei Jahre verwaist. Doch als es im 19. Jahrhundert so manche Schwierigkeit gab, ging der \u201eGeist des frommen Stifters\u201c auf die Gemeinde \u00fcber und sie half zusammen, ihre Pfarre zu erhalten.<\/p>\n<p>Im Zuge der \u201eCottage-Mode\u201c in der zweiten H\u00e4lfte des vorigen Jahrhunderts nahm Gersthof sprunghaft an Bewohnern zu.&nbsp; Und die Kapelle wurde zu klein. Erweiterungspl\u00e4ne f\u00fcr sie erwiesen sich zum Gl\u00fcck nicht als zielf\u00fchrend und so entstand der Plan, eine neue gro\u00dfe Pfarrkirche zu bauen. Da kam der neue Pfarrer Dr. Ignaz Winkelmayer 1884 gerade recht.<\/p>\n<p>1885 gr\u00fcndete er einen Kirchenbauverein und verf\u00fcgt bereits nach zwei Jahren \u00fcber gen\u00fcgend Geldmittelf\u00fcr den Baubeginn (Grundsteinlegung 11. September 1887 durch Erzbischof Ganglbauer)<\/p>\n<p>Den Bauplatz (teilweise der alte, aufgelassene Friedhof Gersthof) schenken die Gemeinde Gersthof und der Gro\u00dfgrundbesitzer Albert Dub mit der Widmung, den nicht f\u00fcr den Kirchenbau ben\u00f6tigten Teil \u201ezur Versch\u00f6nerung von Gersthof als \u00f6ffentliche Parkanlage zu verwenden\u201c. Als Pfarrpatron wird nicht Johannes Nepomuk, sondern der hl. Leopold gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Die feierliche Kirchweihe findet am 15. November 1891 statt, die Brautmutter Anna Holaubek spendete aus diesem Anla\u00df die neue \u201eprachtvolle Turmuhr\u201c. Und seit 1899 ist sie auch rechtlich \u201ePfarrkirche\u201c.<\/p>\n<p>Trotzdem sowohl das Geb\u00e4ude als auch \u201eInnerkirchliches\u201c Pfarrer Winkelmayer auch Sorgen bereitete, erwies sich schon damals Gersthof als lebendige Gemeinde, als er 1915, 72-j\u00e4hrig, noch im aktiven Dienst stehend von seinem Herrn heimgerufen wurde.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger, Pfarrer Dr. Ignaz Wenzl, Pfarrer bis 1934, musste am Tage seiner Antrittspredigt (29. November 1916) bereits eine Kriegsandacht f\u00fcr die Gefallenen der Pfarre halten. Und die Glocken m\u00fcssen gerade zum 25-j\u00e4hrigen Pfarrjubil\u00e4um \u201edem Vaterlande geopfert\u201c werden. Ab 1920 gab es auch den Pfarrcaritasausschuss, der, besonders in den Drei\u00dfigerjahren nach der gro\u00dfen Weltwirtschaftskrise, mit der verbreiteten Arbeitslosigkeit vielfache Not zu lindern hatte.<\/p>\n<p>Nach dem ersten Weltkrieg konnte der Klosterneuburger Chorherr Pius Parsch Pfarrer Wenzl gewinnen, seine neue Idee einer volksliturgischen Gemeinschaftsmesse in Gersthof vorzustellen, erstmals zu Pfingsten 1923.<\/p>\n<p>Seit 1924 gab es wieder neue Glocken, 1930 wird in der Thimiggasse ein eigenes Pfarrgemeinschaftshaus gekauft, in dem auch Theater gespielt werden kann. 1933 weiht Kardinal Innitzer die neue Orgel (vom Kirchenchor \u201eersungen durch Kirchenkonzerte und Auff\u00fchrungen\u201c). Und es gibt gutes Vereinsleben in der Pfarre.<\/p>\n<p>Die Vereine werden aber 1938 gro\u00dfteils aufgel\u00f6st, die Pfarrchronik berichtet von gewaltigen Einbu\u00dfen des religi\u00f6sen Lebens, einer vor\u00fcbergehenden Besetzung des Pfarrheims und einer gro\u00dfen Austrittswelle. Doch in dieser Gemeinde lebte auch ein religi\u00f6s motivierter innerer Widerstand, der junge Menschen zur Gemeinschaft wachsen lie\u00df und sie bereit machte, f\u00fcr \u201eChristus den K\u00f6nig\u201c Risiko auf sich zu nehmen, Zeugnis f\u00fcr den Glauben abzulegen und daf\u00fcr alles bis hin zum Tod auf sich zu nehmen. Und am Sylvestertag 1941 m\u00fcssen die Glocken erneut abgeliefert werden. Pfarrer Ferdinand Haas (1934-1951) hat f\u00fcrwahr schwere Zeiten erlebt:<\/p>\n<p>In der Kirche von Gersthof hat Kaplan Dr. Heinrich Maier seine letzte Messe im Beisein der Schergen zelebriert \u2013 in einer furchtbar w\u00f6rtlichen Gemeinschaft mit seinem Herrn des Letzten Mahls &#8211; und wurde von da zum Tode am Schafott gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Oder den Tod Imma von Loebensteins, einer Krankenschwester im Rudolfinerhaus.<\/p>\n<p>Der Zweite Weltkrieg brachte schweres Leid \u00fcber viele Familien, er hinterlie\u00df Tod und Not, die man meistern musste. Viele Zeitzeugen leben noch und berichten von Menschen, die auch in dieser Zeit ihr Christentum bewiesen. Als einer von vielen sei hier Leopold Rosenmayr genannt, ein \u201eUr-Gersthofer\u201c: Lektor in den Messen von Pius Parsch, \u201eMilchbauer\u201c nach dem Krieg, \u201eK\u00e4mpfer\u201c f\u00fcr den Gersthofer Friedhof, Bezirksrat in W\u00e4hring,&#8230;<\/p>\n<p>Am 4. Mai 1952 wurden unsere heutigen Glocken zum erstenmal wieder angel\u00e4utet. Unser \u201eheutiges Leben\u201c beginnt:<\/p>\n<p>Der Pfarrkindergarten etwa; er ist ein \u201eLebens-Ort\u201c: Aus einer Kinderausspeisungsstelle&nbsp; nach dem Zweiten Weltkrieg wird ein Kindergarten, zuerst nur an einem Ort, in der Wallrissstrasse 45. 1981 kamen als zweiter Standort Gruppen in der Gersthoferstra\u00dfe 107 dazu an dem ab 1996 ein Hort f\u00fcr 6-14-j\u00e4hrige gef\u00fchrt wurde, dieser Standort wurde allerdings 2009 wieder geschlossen. Im Kindergarten wird Montessori-P\u00e4dagogik gepflegt, Impulse zur Kreativit\u00e4t werden gesetzt.<\/p>\n<p>Oder die Johanniter-Unfallhilfe: mit ihrer Niederlassung in der Herbeckstra\u00dfe 39 bestehen ausgezeichnete \u00f6kumenische Kontakte.<\/p>\n<p>Und vieles mehr: Sehen Sie dazu bitte<a href=\"\/komm\/\"> die Seiten \u00fcber die aktuellen Aktivit\u00e4ten<\/a> !<\/p>\n<p>Von 1976 bis 2020 leitete Pfarrer Dr. Norbert Rodt die Geschicke der Pfarre mit dem Ziel, die lebendige Gemeinde und Gemeinschaft zu erhalten, zu f\u00f6rdern, auch neuen Herausforderungen anzupassen &#8211; was ihm auch in vielen Elementen gelungen ist.<\/p>\n<p>Seit 2013 wurden in der ganzen Erzdi\u00f6zese und auch im Dekanat des 18. Bezirks die Zusammenlegung von (kleineren) Pfarren zu einer gr\u00f6\u00dferen Pfarre-Neu diskutiert und eine solche Zusammenlegung auch f\u00fcr die f\u00fcnf Pfarren des&nbsp; Bezirks vorgesehen. Eine Initiative in der Pfarre Gersthof hatte sich f\u00fcr eine weiterhin bestehende Eigenst\u00e4ndigkeit der Pfarre Gersthof ausgesprochen und dies wurde auch von Gemeindemitgliedern unterst\u00fctzt. So wurde im Fr\u00fchjahr 2020 von Erzbischof Kardinal Dr. Sch\u00f6nborn ein Priester als Pfarrer von Gersthof bestellt und die formale Eigenst\u00e4ndigkeit erhalten.<\/p>\n<p>Seit 1. September 2020 ist P. Dr. Arkadiusz Zakreta aus dem Lazaristenorden Pfarrer dieser Gemeinde, mit ihm zusammen wirken weitere Lazaristenpadres an der Pastoral mit.<\/p>\n<p>(Gro\u00dfe Teile dieser Chronik stammen aus: T. Rauch, Unser W\u00e4hring, 34. Jg, 3. Heft, 1999)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geschichte der Pfarre Gersthof Die Pfarre Gersthof, gegr\u00fcndet vor mehr als 250 Jahren im Wein- und Milchbauerndorf Gersthof, wurde nicht \u201evon oben\u201c geschaffen, sondern von einem Laien \u201eins Dorf\u201c geholt: Matth\u00e4us Lydl von Schwanau kehrt nach langer T\u00e4tigkeit als Hofkriegsrat in sein Gersthofer Geburtshaus zur\u00fcck, l\u00e4sst da eine Kapelle errichten, die allen Dorfbewohnern zugute kommen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":619,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-709","page","type-page","status-publish"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-08 05:23:22","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/709","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=709"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/709\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9609,"href":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/709\/revisions\/9609"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/619"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=709"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}