{"id":20829,"date":"2026-09-07T19:02:43","date_gmt":"2026-09-07T17:02:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/?p=20829"},"modified":"2026-09-07T19:07:49","modified_gmt":"2026-09-07T17:07:49","slug":"mini-lager-gottesdienst-die-zumutungen-einer-gemeinschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/2026\/09\/mini-lager-gottesdienst-die-zumutungen-einer-gemeinschaft\/","title":{"rendered":"Mini-Lager Gottesdienst: die Zumutungen einer Gemeinschaft"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Sonntag nach dem Ende des Mini(stranten)-Lagers wurde auch heuer wieder ein gro\u00dfer Gottesdienst gemeinsam mit der Pfarrgemeinde gefeiert. Sie alle feierten mit: mehrere Dutzend Kinder und Jugendliche waren am Lager dabei, das Team der Lagerleiter:innen wurde vom K\u00fcchenteam, das die hungrigen M\u00e4gen f\u00fcllte, unterst\u00fctzt. Es war wieder ein Lager, an das sich die meisten froh erinnern.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/mwsat-20260906-IMG_1963-800x600.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-20830\" srcset=\"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/mwsat-20260906-IMG_1963-800x600.jpg 800w, https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/mwsat-20260906-IMG_1963-560x420.jpg 560w, https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/mwsat-20260906-IMG_1963-80x60.jpg 80w, https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/mwsat-20260906-IMG_1963-696x522.jpg 696w, https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/mwsat-20260906-IMG_1963-150x113.jpg 150w, https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/mwsat-20260906-IMG_1963-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/mwsat-20260906-IMG_1963-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/mwsat-20260906-IMG_1963.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An diesem Sonntag, 6.9.2026 und 23. Sonntag im Jahreskreis, wurde eine bekannte Stelle aus dem Markusevangelium gelesen: wie ist das, wenn ein Mensch sich von einem anderen mit Fehlverhalten behandelt f\u00fchlt, wie geht es weiter, wenn unter vier Augen keine L\u00f6sung gefunden werden kann. (Matth\u00e4us 18, 15\u201320).<br>Die jungen Teilnehmer:innen des Mini-Lagers hatte sich mit dieser Bibelstelle auseinandergesetzt und ihre Gedanken dazu niedergeschrieben. <br>Johannes Gr\u00fcnbeck hat sie am Sonntag der Gemeinde weitergegeben:<\/p>\n\n\n\n<p>Am Minilager letzte Woche haben wir alle schon \u00fcber das Thema Zumutung nachgedacht. Zumutung im Zusammenhang mit Helfen, dass Gott uns zumutet zu Helfen wenn er wei\u00df, dass wir bereit sind.<\/p>\n<p>In diesem Evangelium h\u00f6ren wir von Streit in der Gemeinschaft, also eigentlich dem Gegenteil. Auch das gab\u2019s Am Minilager, aber mutet uns Jesus Streit zu oder wie soll das funktionieren. Wir h\u00f6rten gerade:<br>\u201eWenn dein Bruder gegen dich s\u00fcndigt, dann geh und weise ihn unter vier Augen zurecht.\u201c<br><br>Das ist eine ziemlich gro\u00dfe Zumutung.<br>Jesus k\u00f6nnte es uns auch einfacher machen.<br>Wenn jemand dich entt\u00e4uscht, dann hak es ab.<br>Wenn jemand etwas tut, das du nicht verstehst, dann such dir andere Menschen, die dich verstehen.<br>Wenn dich jemand verletzt, dann geh ihm aus dem Weg.<br>Das w\u00e4re wahrscheinlich oft der einfachere Weg.<br><br>Was ist aber wenn wir am Minilager aufeinander sitzen und das alles nicht so einfach geht.<br>Jesus sagt hier: Geh hin. Sprich mit ihm.<br>Und damit mutet er uns einiges zu.<br>Er mutet uns zu, dass wir nicht einfach \u00fcber einen Menschen hinweggehen. Dass wir ihn nicht auf seinen Fehler reduzieren.<br>Dass wir nicht einfach sagen: \u201eSo ist er halt.\u201c<br>Und vielleicht ist genau das das Schwierige.<br><br>Denn manchmal ist es viel angenehmer, \u00fcber jemanden zu reden als mit ihm. \u00dcber jemanden kann ich mir meine eigene Meinung bilden.<br>Ich kann mich dar\u00fcber \u00e4rgern.<br>Ich kann anderen erz\u00e4hlen, was passiert ist.<br>Und ich muss mich selbst dabei nicht hinterfragen.<br><br>Aber wenn ich dem Menschen gegen\u00fcberstehe, dann wird es komplizierter. Dann muss ich vielleicht erkl\u00e4ren, warum mich etwas verletzt hat.<br>Dann muss ich vielleicht zuh\u00f6ren, obwohl ich eigentlich gar nicht zuh\u00f6ren m\u00f6chte. Vielleicht erfahre ich Dinge, die ich vorher nicht wusste.<br>Vielleicht muss ich sogar feststellen, dass ich selbst nicht alles richtig gemacht habe. Und genau das ist eine Zumutung.<br>Nicht nur f\u00fcr den anderen.<br>Auch f\u00fcr mich.<br><br>Jesus mutet uns zu, dass wir unsere Beziehungen nicht einfach danach beurteilen, wie bequem sie f\u00fcr uns sind.<br>Denn manchmal w\u00e4re es einfacher, einen Menschen aus unserem Leben verschwinden zu lassen.<br>Nicht mehr schreiben.<br>Nicht mehr nachfragen.<br>Abstand halten.<br>Und irgendwann ist die Sache erledigt.<br>Zumindest ober\ufb02\u00e4chlich.<br>Aber Jesus gibt sich damit nicht zufrieden.<br>Er sagt: Geh hin.<br>Rede.<br>Versuch, ihn zu gewinnen.<br>Das klingt fast so, als w\u00fcrde Jesus uns sagen: Menschen sind es wert, dass wir uns ihretwegen etwas zumuten.<br><br>Und vielleicht ist das etwas, das wir heute nicht mehr ganz so selbstverst\u00e4ndlich \ufb01nden. Wir leben in einer Zeit, in der wir sehr viele M\u00f6glichkeiten haben, Dingen aus dem Weg zu gehen.<br>Wenn mir jemand nicht gef\u00e4llt, kann ich ihn ignorieren. Wenn mir eine Meinung nicht passt, kann ich sie ausblenden.<br>Wenn mir jemand zu anstrengend wird, kann ich den Kontakt reduzieren.Und manchmal ist das auch richtig und notwendig.<br>Aber manchmal ist es eben auch die bequemere L\u00f6sung.<br>Denn Beziehungen sind anstrengend.<br>Menschen sind anstrengend.<br>Wir selbst \u00fcbrigens auch.<br><br>Und genau da setzt dieses Evangelium an.<br>Jesus verlangt keine Gemeinschaft, in der sich alle immer gut verstehen.<br>Er verlangt eine Gemeinschaft, in der wir einander etwas zumuten.<br>Die Zumutung, ehrlich zu sein.<br>Die Zumutung, zuzuh\u00f6ren.<br>Die Zumutung, sich zu entschuldigen.<br>Die Zumutung, eine Entschuldigung anzunehmen.<br>Und vielleicht sogar die Zumutung, jemanden noch einmal neu anzusehen, obwohl ich von ihm eigentlich schon genug habe.<br>Das alles klingt nicht besonders gem\u00fctlich.<br><br>Aber vielleicht ist christliche Gemeinschaft genau deshalb nicht immer gem\u00fctlich. Denn wenn Jesus sagt: \u201eWo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen\u201c, dann meint er offensichtlich nicht: Dort, wo sich alle wunderbar verstehen.<br>Vielleicht meint er auch die zwei Menschen, zwischen denen gerade etwas schwierig ist.<br>Die zwei, die eigentlich lieber nicht miteinander reden w\u00fcrden.<br>Die zwei, die beide denken: Der andere soll den ersten Schritt machen.<br><br>Und vielleicht sitzt Jesus genau dort.<br>Nicht als jemand, der den Streit f\u00fcr uns l\u00f6st.<br>Sondern als jemand, der uns den Mut gibt, einander trotzdem auszuhalten.<br><br>Denn eine Gemeinschaft, in der niemand aneckt, niemand nervt und niemand verletzt wird, gibt es wahrscheinlich nicht.<br>Aber eine Gemeinschaft, in der wir uns gegenseitig nicht sofort aufgeben \u2013 die gibt es.Und vielleicht ist das die eigentliche Zumutung dieses Evangeliums:<br>Dass der andere mir nicht egal sein soll.<br>Auch dann nicht, wenn er mich verletzt hat.<br>Auch dann nicht, wenn ich gerade entt\u00e4uscht bin.<br>Auch dann nicht, wenn ich eigentlich keine Lust mehr habe.<br>Das hei\u00dft nicht, dass wir alles hinnehmen m\u00fcssen.<br>Es hei\u00dft auch nicht, dass jede Beziehung gerettet werden kann.<br>Aber vielleicht hei\u00dft es, dass wir nicht vorschnell entscheiden sollen, wer f\u00fcr uns verloren ist.<br><br>Und deshalb ist die Frage dieses Evangeliums vielleicht gar nicht:<br>\u201eWer hat Recht?\u201c<br>Sondern:<br>\u201eIst mir dieser Mensch noch wichtig genug, dass ich den ersten Schritt wage?\u201c<br>Das ist eine Zumutung.<br>Aber vielleicht ist es eine gute Zumutung.<br>Eine, die uns daran erinnert, dass Menschen mehr sind als ihre Fehler.<br>Und dass Gemeinschaft manchmal genau dort beginnt, wo wir bereit sind, uns etwas zuzumuten.<br>Vielleicht mit einem Gespr\u00e4ch.<br>Vielleicht mit einem ehrlichen Satz.<br>Vielleicht einfach mit dem ersten Schritt.<br><br>Und vielleicht d\u00fcrfen wir darauf vertrauen, dass wir diesen Schritt nicht alleine machen. Denn Jesus sagt:<br>\u201eWo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.\u201c Auch mitten in der Zumutung.<br>Und vielleicht ist das Minilager auch genau der Ort wo Minis, Gruppenleiter und K\u00fcchenTeam Zumutung erleben und lernen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><sub>Foto: Michael Steidl<\/sub><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Sonntag nach dem Ende des Mini(stranten)-Lagers wurde auch heuer wieder ein gro\u00dfer Gottesdienst gemeinsam mit der Pfarrgemeinde gefeiert. Sie alle feierten mit: mehrere Dutzend Kinder und Jugendliche waren am Lager dabei, das Team der Lagerleiter:innen wurde vom K\u00fcchenteam, das die hungrigen M\u00e4gen f\u00fcllte, unterst\u00fctzt. 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