{"id":3066,"date":"2015-01-25T10:15:13","date_gmt":"2015-01-25T09:15:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/?p=3066"},"modified":"2015-01-25T10:15:13","modified_gmt":"2015-01-25T09:15:13","slug":"gedenken-an-juedisches-glauben-und-leben-in-doebling","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/2015\/01\/gedenken-an-juedisches-glauben-und-leben-in-doebling\/","title":{"rendered":"Gedenken an j\u00fcdisches Glauben und Leben in D\u00f6bling"},"content":{"rendered":"<p><strong>Tag des Judentums 2015 im Gedenken an j\u00fcdisches Glauben und Leben in D\u00f6bling<\/strong><\/p>\n<p><em>von Dr. Elisabeth und Mag. Hans-Joachim Lutter<\/em><\/p>\n<p>Eine der ersten Veranstaltungen zum diesj\u00e4hrigen Tag des Judentums fand am 15. J\u00e4nner in der Villa Wertheimstein statt. Ankn\u00fcpfungspunkt war die ehemalige <span style=\"text-decoration: underline;\">D\u00f6blinger Synagoge<\/span>, gestiftet 1907 von <em>Julius Lederer<\/em> \u2013 eine Gedenktafel in der Dollinergasse 3 erinnert an sie. Die nahe gelegene <span style=\"text-decoration: underline;\">Villa Wertheimstein<\/span> wurde als Veranstaltungsort gew\u00e4hlt, um an die doppelte Bedeutung der j\u00fcdischen D\u00f6blinger Familien bis zum \u201eAnschluss\u201c 1938 zu erinnern: als gl\u00e4ubige Menschen (daher die Tempel-Stiftung ) und als Kulturtr\u00e4ger, gerade in D\u00f6bling. Namen wie <em>Zuckerkandl, Wertheimstein, Gomperz, Mahler-Werfel<\/em> sind nur Beispiele \u2013 und eben auch <em>Lederer<\/em>. Eine Wiener <em>Lederer<\/em>-Verwandte wurde auf die geplante Veranstaltung aufmerksam und verwies auf ihren Cousin <em>Eytan Lederer<\/em>, Urenkel des Synagogen-Stifters, in Israel. Als Zeitzeuge wurde er eingeladen, bei der Veranstaltung am 15. J\u00e4nner zu sprechen. Er nahm die Einladung sehr gerne an \u2013 und zum Anlass, ein erstes <em>Lederer<\/em>-Gro\u00dffamilientreffen zu diesem Gedenktag einzuberufen. Und 37 Lederers aus vier Generationen und aus der ganzen Welt kamen: von Amerika bis Neuseeland, aus Israel, Holland, Deutschland, Frankreich und Portugal! Sogar der Bundespr\u00e4sident lud die Lederers und die Organisatoren dieses \u201eTags des Judentums\u201c zu einem Empfang in die Hofburg. Ebenso die drei Pr\u00e4sidenten des Zentrums f\u00fcr christlich-j\u00fcdische Zusammenarbeit.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/IMG_2102.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-3067\" src=\"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/IMG_2102-300x200.jpg\" alt=\"IMG_2102\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/IMG_2102-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/IMG_2102-150x100.jpg 150w, https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/IMG_2102-800x533.jpg 800w, https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/IMG_2102-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>In die Villa Wertheimstein, den einst letzten gro\u00dfen \u201eSalon\u201c der Wiener Geisteswelt, kamen \u00fcber an die 200 TeilnehmerInnen. Das Programm wollte sowohl dem religi\u00f6sen wie dem kulturellen und historischen Aspekt des Anlasses Rechnung tragen. Es gab Kurzreferate des Alttestamentlers der Universit\u00e4t Wien <em>Georg Braulik<\/em>, einer Kuratorin des J\u00fcdischen Museums Wien, <em>G. Kohlbauer-Fritz,<\/em> und des Synagogen-Forschers <em>Pierre Gen\u00e9e<\/em>; Texte aus den Psalmen und dem Buch Ezechiel wurden von der katholisch-evangelischen Geistlichkeit des 18. Und 19. Bezirks zusammen mit VertreterInnen der in der \u00d6kumene-Arbeit vernetzten Dekanate 13 bis 19 gelesen, zum Abschluss gab es eine F\u00fchrung durch die einstigen Wohnr\u00e4ume der Familie Wertheimstein. Der Ausklang fand bei koscherem Brot und Wein im Keller des \u201eNonnenst\u00f6ckls\u201c der Villa statt.<\/p>\n<p>Veranstalter, Teilnehmer und die Familie Lederer selbst waren tief ber\u00fchrt von dieser Feier die gepr\u00e4gt war von wechselseitiger Wertsch\u00e4tzung und Herzlichkeit. Eytan Lederer: \u201eWir sind mit gemischten Gef\u00fchlen nach Wien gekommen, aber dieser Abend gab uns das Gef\u00fchl, dass Wien uns eine Hand entgegen streckt\u201c, und eine Cousine: \u201eDiese Tage waren wunderbar, sie haben mein Leben ver\u00e4ndert\u201c, eine andere: \u201eMeine Adoptiveltern gaben mir Fl\u00fcgel, aber erst heute habe ich meine Wurzeln gefunden.\u201c<\/p>\n<p>Wahrscheinlich ist genau das gemeint, wenn der \u00d6kumenische Rat der Kirchen den Tag des Judentums als &#8222;R\u00fcckbesinnung auf die <span style=\"text-decoration: underline;\">gemeinsamen Wurzeln&#8220;<\/span> bezeichnet: eine R\u00fcckbesinnung <span style=\"text-decoration: underline;\">nicht nur der Christen <\/span>auf ihre Wurzeln im Judentum, sondern das <span style=\"text-decoration: underline;\">gemeinsame Besinnen von Christen und Juden auf so viel Verbindendes<\/span> im Laufe der Jahrhunderte, ohne das Trennende und Schreckliche dar\u00fcber zu vergessen oder unerw\u00e4hnt zu lassen.<\/p>\n<p>Diese Tradition, am Ort einer einstigen Synagoge ein gemeinsames Gedenken zu begehen, hat im Vorjahr in W\u00e4hring begonnen und wird in den n\u00e4chsten Jahren in Hietzing und F\u00fcnfhaus fortgesetzt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag des Judentums 2015 im Gedenken an j\u00fcdisches Glauben und Leben in D\u00f6bling von Dr. Elisabeth und Mag. 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