{"id":4269,"date":"2016-12-25T00:30:27","date_gmt":"2016-12-24T23:30:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/?p=4269"},"modified":"2016-12-24T18:02:30","modified_gmt":"2016-12-24T17:02:30","slug":"weihnachtspredigt-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/2016\/12\/weihnachtspredigt-2016\/","title":{"rendered":"Weihnachtspredigt 2016"},"content":{"rendered":"<h3>Von Pfarrer Dr. Norbert Rodt in der Weihnachtsmette, 25.12.2016<\/h3>\n<p>Wer im Internet \u201eWeihnachten 2016\u201c eingibt, findet ausschlie\u00dflich touristische Angebote. Nirgends ein Hinweis auf den wirklichen Schatz des sch\u00f6nsten Festes der Christenheit, den eigentlich jeder und jede \u201eheben\u201c kann! Ein Schatz, der so wertvoll ist, dass gl\u00e4ubige Menschen ihr Leben einsetzen, sogar total \u201ehingeben.\u201c<br \/>\nI.<br \/>\nAllerdings leben wir in einer Zeit, in der die Kirchen wie lange nicht gefordert und aufgerufen sind, Antworten auf dr\u00e4ngende Fragen zu geben oder zumindest beim Buchstabieren dieser Fragen und Antworten einen Beitrag leisten. In Europa mag die Bedeutung der Religionen zur\u00fcckgegangen, die Zahl der Kirchenaustritte gestiegen sein, doch weltweit gesehen spielen Religionen heute eine nach wie vor sehr gro\u00dfe Rolle. Auch in unserer Konsumgesellschaft, in der viele Menschen nach Jahren der Krise vom blinden Wirtschaftsglauben ern\u00fcchtert sind, steigt vielerorts wieder die Sehnsucht nach Werten, nach Orientierung , nach Sinn.\u201c (Michael Landau, Solidarit\u00e4t, S. 173)<\/p>\n<p>II.<br \/>\nWeihnachten \u2013 j\u00e4hrlich \u201eals Fest\u201c angeboten \u2013 bietet Orientierung, Sinnfindung und Wert \u2013 Erfahrung an:<\/p>\n<p>II\/1 \u2013 Klassisch gesagt und traditionell geglaubt : In Jesus wird der ewige Gott ein sterblicher Mensch. Allmacht tauscht er gegen Ohnmacht. Sein vermeintliches Scheitern am Kreuz wird zum endg\u00fcltigen Triumph. Was wie ein Widerspruch erscheint, offenbart eine tiefgr\u00fcndige Wahrheit. Viele stellen sich Gott ja allm\u00e4chtig und allgewaltig vor. Aber erst in seiner Schwachheit zeigt er seine ganze Liebe Denn die \u201eSchwachheit Gottes ist st\u00e4rker , als die Menschen sind\u201c (1Kor 1,25).<br \/>\nLiebe setzt nicht auf Macht , sondern auf Hingabe. Und am Ende wird uns einer helfen, der nicht unber\u00fchrt \u00fcber allem steht, sondern der sich ganz auf uns einl\u00e4sst: Jesus (P.Klaus J\u00fcrgen &#8211; Diehl \/Wetter, BRD)<\/p>\n<p>II\/2 &#8211; Modern herausfordernd formuliert: Jesus geboren in einer Au\u00dfenseiterfamilie, zur Welt gekommen in einem Notquartier, als Kleinkind zur Flucht gezwungen, mit Anfang Drei\u00dfig eine Karriere, die ganz schnell scheitert \u2013 und schlie\u00dflich unschuldig zum Verbrecher gestempelt und get\u00f6tet.(Dr. Wolfgang Kimmel, Pfr.in Dornbach in : katholisch in Hernals Orientierung f\u00fcr Zeitgenossen, Winter 2016, S.3)<\/p>\n<p>II\/3 \u2013 kritisch hinterfragt : es handelt sich um die Menschwerdung Gottes, welche wir zu Weihnachten feiern. Es ist ein einmaliges Privileg an einen Gott glauben zu d\u00fcrfen, welcher einer von uns geworden ist. Das gibt es in dieser Form in keiner anderen Religion.<\/p>\n<p>III.<br \/>\nTats\u00e4chlich: keine andere Religion kennt diese Wahrheit als Geheimnis! Die Wirtschaft hat fr\u00fcher den Ausdruck verwendet: Konkurrenzbeobachtung. So gesehen ist der christliche Glaube konkurrenzlos! Aber eine Partnerbegutachtung hat im 2.vatikan.Konzil stattgefunden: in der Erkl\u00e4rung \u00fcber das Verh\u00e4ltnis der Kirche zu den nicht christlichen Religionen hei\u00dft es (Nr.3)<br \/>\nMit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslim, die den alleinigen Gott anbeten, den lebendigen und in sich seienden, barmherzigen und allm\u00e4chtigen, den Sch\u00f6pfer Himmels und der Erde, der zu den Menschen gesprochen hat. Sie m\u00fchen sich, auch seinen verborgenen Ratschl\u00fcssen sich mit ganzer Seele zu unterwerfen, so wie Abraham sich Gott unterworfen hat. Jesus, den sie nicht als Gott anerkennen, verehren sie doch als Propheten und sie ehren seine jungfr\u00e4uliche Mutter Maria.<br \/>\nIm Zusammenhang mit dem Fortschreiten der Kultur suchen die Religionen mit genaueren Begriffen und in einer mehr durchgebildeten Sprache Antwort auf die gleichen Fragen. So erforschen im Hinduismus die Menschen das g\u00f6ttliche Geheimnis und bringen es in einem unersch\u00f6pflichen Reichtum von Mythen und in tiefdringenden philosophischen Versuchen zum Ausdruck und suchen durch aszetische Lebensformen oder tiefe Medidation oder liebend \u2013 vertrauende Zuflucht zu Gott Befreiung von der Enge und Beschr\u00e4nktheit unserer Lage.<br \/>\nIn den verschiedenen Formen des Buddhismus wird das radikale Ungen\u00fcgen der ver\u00e4nderlichen Welt anerkannt und ein Weg gelehrt, auf dem die Menschen mit frommem und vertrauendem Sinn entweder den Zustand vollkommener Befreiung zu erreichen oder \u2013 sei es durch eigene Bem\u00fchung, sei es vermittels h\u00f6herer Hilfe \u2013 zur h\u00f6chsten Erleuchtung zu gelangen verm\u00f6gen.<br \/>\nSo sind auch die \u00fcbrigen in der ganzen Welt verbreiteten Religionen bem\u00fcht, der Unruhe des menschlichen Herzens auf verschieden Weise zu begegnen, indem sie Wege weisen: Lehren und Lebensregeln sowie auch heilige Riten.<\/p>\n<p>Weihnachten : \u201edas sch\u00f6nste Fest\u201c, das einmalige aller Christen, das ersch\u00fctternde Fest: Der in Liebe grenzenlose Gott wird in einem Menschen begrenzte Existenz, angreifbar, verletzbar, im Tod endlich.<br \/>\nDiese Weihnachts \u2013 und Osterbotschaft m\u00fcssen wir mit vielen, mit allen Menschen \u201eguten Willens\u201c teilen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Pfarrer Dr. Norbert Rodt in der Weihnachtsmette, 25.12.2016 Wer im Internet \u201eWeihnachten 2016\u201c eingibt, findet ausschlie\u00dflich touristische Angebote. 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