{"id":5390,"date":"2018-10-14T16:10:04","date_gmt":"2018-10-14T15:10:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/?p=5390"},"modified":"2022-03-26T19:59:46","modified_gmt":"2022-03-26T18:59:46","slug":"gemeindeentwicklung-in-gersthof","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/2018\/10\/gemeindeentwicklung-in-gersthof\/","title":{"rendered":"Gemeindeentwicklung in Gersthof"},"content":{"rendered":"<p>Am 5. und 6. Oktober 2018 hat sich der <a href=\"\/komm\/pgr-2\/\">Pfarrgemeinderat<\/a> von Gersthof in einer Klausurtagung mit dem Thema Gemeindeentwicklung in unserer Pfarre auseinandergesetzt.<br \/>\nAm Sonntag, 14. Oktober, hat dessen Mitglied G\u00fcnter Schm\u00f6lz in der Gemeindemesse die in der Klausurtagung entstandenen Impulse der Gemeinde vorgestellt. Hier finden Sie, was er vorgetragen hat:<\/p>\n<p><em>Wir, 12 Mitglieder des Pfarrgemeinderates, waren am vergangenen Wochenende gemeinsam zwei Tage auf Klausur in Altlengbach. Begleitet wurden wir von dem bekannten Pastoraltheologen Professor Paul Michael Zulehner.<\/em><\/p>\n<p><em>Bei dieser Klausur haben wir uns Gedanken dar\u00fcber gemacht, wie wir unsere Pfarrgemeinde Gersthof sehen und wie wir uns ihre Zukunft vorstellen und w\u00fcnschen.<\/em><\/p>\n<p><em>Das Motto der Klausur war: <strong>Im<\/strong> Rahmen oder <strong>den<\/strong> Rahmen reformieren?<\/em><\/p>\n<p><em>Um es klar auszudr\u00fccken: Wollen wir im vorgesehenen Rahmen der Erzdi\u00f6zese Wien bleiben und Teil einer Gro\u00dfpfarre werden oder entwickeln und k\u00e4mpfen wir f\u00fcr ein anderes Zukunftsmodell wo wir als selbstst\u00e4ndige Pfarre Gersthof erhalten bleiben.<\/em><\/p>\n<p><em>In der Spur von Papst Franziskus ermutigt Prof. Paul Zulehner, eine neue Gestalt von Kirche zu suchen, denn derzeit laufen wir in Gefahr, dass wir zwar perfekte Strukturen in der Erzdi\u00f6zese Wien schaffen, aber auf die Bed\u00fcrfnisse der Menschen vor Ort zu wenig R\u00fccksicht nehmen.<\/em><\/p>\n<p><em>Mit einer zuversichtlichen Gelassenheit erinnert Paul Zulehner daran, dass in den letzten Jahrzehnten immer wieder das Kirchrecht ver\u00e4ndert worden ist. Es bildet das Leben ab, soll aber das Leben nicht verhindern. Er erinnert in diesem Zusammenhang an das Sabbatgebot und an Jesus, der demonstrativ und provokant gesagt hat, der Mensch steht \u00fcber dem Sabbat. Und wenn sozusagen der Sabbat den Menschen nicht mehr dient, weil ein Mensch z.B. krank ist, dann hat das Heilen Vorrang vor der Gottesverehrung. Und das ist damals unglaublich gewesen. Der Vorrang des heilungsbed\u00fcrftigen Menschen vor den h\u00f6chsten Gesetzen Israels. Wir sollten uns daher nie Denkschwellen aufstellen und sagen, das ist doch Gesetz, das ist doch die vorgegebene oder vorgesehene Ordnung. Machen wir uns immer wieder bewusst, das Evangelium ist wichtiger und weiter als das Gesetz.<\/em><\/p>\n<p><em>Wir haben \u00fcber die Zukunft gesprochen und Paul Zulehner hat uns gefragt &#8211; und ich zitiere ihn im Folgenden &#8211; welchen Anteil hat Pfarrer Norbert am bisher Erreichten? Was ist sein Anteil an unserem pastoralen Standard hier? Geht das auch ohne ihn? Wird das auch mit einem anderen gehen? Das sind Fragen, die wir uns stellen m\u00fcssen. Ist das Unseres? Oder ist es geliehen? Sind wir\u2019s oder ist es er? Wenn wir sagen, es sind wir, dann m\u00fcssen wir nachdenken, wie es weitergeht. Wenn wir sagen, es ist er, dann verabschieden wir uns von der \u00c4ra mit ihm. Paul Zulehner war vor der Klausur in unserem Sonntagsgottesdienst und dann hat er gemerkt, es war nicht nur der Norbert, sondern die Messe-feiernde Gemeinde. Der Gottesdienst ist bei uns getragen von einer Vielzahl von Kr\u00e4ften. Und diese Frage ist entscheidend: wenn nur er die Hauptressource ist, dann f\u00fcgen wir uns, dann machen wir weiter mit &nbsp;in einer neuen Gro\u00dfpfarre, dann gewinnen wir vielleicht etwas, was den Norbert ersetzt. Dann sind wir in einem gr\u00f6\u00dferen Raum und wir werden getragen\u2026<\/em><\/p>\n<p><em>\u2026aber wenn wir das sind, dann haben wir viel mehr Kraft nachzudenken, ob es zu dem bestehenden Offert der Di\u00f6zese, das in Richtung Gro\u00dfpfarre geht, legitime Alternativen gibt, \u00fcber die wir legitimer Weise nachdenken k\u00f6nnen und sollten. Und dann m\u00fcssen wir evaluieren, wenn es Alternativen gibt, was ist das bessere f\u00fcr uns? Diese Frage, welchen Weg wir wie gehen wollen, diese Frage haben wir noch nicht gekl\u00e4rt. Das ist unsere gemeinsame Erkenntnis aus der Klausur heraus.<\/em><\/p>\n<p><em>Es gibt Bereiche, die wir besser im Entwicklungsraum W\u00e4hring wahrnehmen k\u00f6nnen, wie \u00d6kumene, Caritas oder Jugendarbeit und es gibt viele Bereiche, die in einer lokalen selbstst\u00e4ndigen Verantwortung bleiben sollten wie z.B. die Eucharistiefeier. Es geht um die Balance zwischen lokal und regional, um sowohl die Menschenn\u00e4he zu wahren als auch um Synergien in einem gro\u00dfen Raum zu nutzen. Der Weg, den wir als Pfarre gehen ist nur dann ein guter, wenn er von einer gro\u00dfen Mehrheit der Pfarrgemeinde mitgetragen wird.<\/em><\/p>\n<p><em>Eine Pfarre hat eine Seele. K\u00f6nnen wir diese Seele am Leben erhalten, wenn die Pfarre in eine Teilgemeinde umgewandelt wird? Machen wir uns bewusst, die Pfarre ist ein Knotenpunkt in der Jesusbewegung mit offenen R\u00e4ndern. Ohne entschlossene Christinnen und Christen, die sich in der Jesusbewegung vernetzen, wird die Kirche im Land keine Zukunft haben. Nur wenn Bewegung aufkommt, hat neues Leben eine Chance. Wenn wir in den alten Strukturen verharren, nur um sie zu retten, dann k\u00f6nnte es passieren, dass wir \u201ezusammenschrumpfen\u201c. Paul Zulehner sagt ganz offen, wir haben einen Kirchenbetrieb unter Josef II. geerbt und den k\u00f6nnen wir nicht mehr ausreichend mit Pfarrern bespielen. Jetzt machen wir die Pfarren so gro\u00df, dass jede Pfarre wieder einen Pfarrer hat. Das ist die interne Logik. Aber das ist kein Sprung in die Zukunft.<\/em><\/p>\n<p><em>Denn nur wo Bewegung aufkommt, hat die Sache wieder eine Chance. Wir versuchen zu sehr die alten Bilder der Gestalt der Kirche zu retten. Vielleicht wollen wir doch daran mitarbeiten, den derzeitigen Rahmen zu reformieren.<\/em><\/p>\n<p><em>Lassen wir es einfach zu, dass neben den bestehenden Strukturen Neues wachsen kann. Papst Franziskus ruft auf, mutige Vorschl\u00e4ge zu machen. <\/em><br \/>\n<em>Das Pastoralkonzept f\u00fcr die Pfarre Gersthof ist der unmittelbar n\u00e4chste Schritt.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Zukunft ist mit Sicherheit offen. Wir bitten Sie\/euch um Hilfe, um Mitarbeit und auch um Ihr\/euer Gebet f\u00fcr eine freie, vielf\u00e4ltige, liebevolle und friedliche Zukunft unserer Pfarre, unserer Gemeinde, unserer Nachbarpfarren. Und wie hat Prof. Zulehner so sch\u00f6n gesagt: Vergessen wir nicht auf das Wichtigste: Lasst uns eintauchen in Gott und auftauchen bei den Armen.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 5. und 6. Oktober 2018 hat sich der Pfarrgemeinderat von Gersthof in einer Klausurtagung mit dem Thema Gemeindeentwicklung in unserer Pfarre auseinandergesetzt. Am Sonntag, 14. Oktober, hat dessen Mitglied G\u00fcnter Schm\u00f6lz in der Gemeindemesse die in der Klausurtagung entstandenen Impulse der Gemeinde vorgestellt. 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