{"id":5513,"date":"2018-12-25T11:34:51","date_gmt":"2018-12-25T10:34:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/?p=5513"},"modified":"2018-12-25T11:34:51","modified_gmt":"2018-12-25T10:34:51","slug":"weihnachtspredigt-pfarrer-norbert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/2018\/12\/weihnachtspredigt-pfarrer-norbert\/","title":{"rendered":"Weihnachtspredigt Pfarrer Norbert"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Text ist die Predigt von Pfarrer Norbert Rodt in der Christmette und in der Messe am Vormittag des 25. Dezember 2018.<\/p>\n<p><em>Kein Ultraschallbild, kein Mutter-Kind-Pass, kein erster Schrei, keine Geburtsurkunde gibt es von Joschuah, geboren in Betlehem, selbst das Jahr ist nicht sicher, aufgewachsen in Nazareth, lebend an der Pheripherie des r\u00f6mischen Reiches.<\/em><br \/>\n<em>Kritiker und Skeptiker zweifeln sogar an seiner Historizit\u00e4t, hinterfragen seine Existenz, verlangen Beweise f\u00fcr den Sohn Gottes!<\/em><\/p>\n<p><em>Unersch\u00fctterlich ist der Glaube der Christinnen und Christen weltweit, dass Gott Mensch geworden ist. In Jesus von Nazareth ist der grenzenlos gro\u00dfe Gott ein Kind geworden.<\/em><br \/>\n<em>\u201eKein anderer Abschnitt im Leben eines Menschen ist so bestimmt von Ohnmacht und Angewiesenheit auf andere wie die Zeit des Kindseins. Vom ersten Augenblick seines Daseins an, von der Geburt bis zum allm\u00e4hlichen Hineinwachsen in Familie und Gesellschaft, bleibt ein Kind ausgeliefert und preisgegeben, existentiell abh\u00e4ngig von anderen. Dieses Geschick eines Kindes teilt auch Gott in seiner Ankunft als Kind:<\/em><br \/>\n<em>Ein Gott, der ohnm\u00e4chtig ist wie ein Kind, der sich der F\u00fcrsorge des Menschen ausliefert. Gott kommt als Kind&nbsp; \u2026. Er will angewiesen sein auf unser Erbarmen und unsere Zuneigung, auf unsere Sorge und Liebe. Als Kind bettelt er f\u00f6rmlich um unsere Zuwendung und Anerkennung. Die gr\u00f6\u00dfte Macht \u2013 Gott selbst \u2013 erscheint als \u00e4u\u00dferste Ohnmacht. Wenn wir zu ihm, zu Gottes Ankunft als ein Kind JA sagen \u2013 was wir jedes Jahr zu Weihnachten feiern \u2013 dann m\u00fcssen wir auch JA sagen zu den vielen, in gleicher Ohnmacht und Angewiesenheit existieren wie dieses Kind und alle Kinder dieser Welt\u201c. (1)<\/em><\/p>\n<p><em>Die Feier von Weihnachten ist auch die Bejahung des grenzenlosen Gottes gegen\u00fcber seinem begrenzten Gesch\u00f6pf, des Menschen; oder anders ausgesagt: der gro\u00dfe Gott liebt, bevorzugt das Kleine. In dieser Spur Gottes geht und lebt der nun im 83. Lebensjahr stehende Papst Franziskus: \u201e Gerade heute, in einer Welt, die immer komplexer und leistungsorientierter zu werden scheint, l\u00e4dt er nicht nur die Getauften, sondern \u201ealle Menschen guten Willens\u201c ein, \u201edie Einfachheit zu suchen, die Zuneigung, die kleinen Aufmerksamkeiten, das Dienen, das Danken, das Stauen zu suchen \u2026\u201c (2)<\/em><br \/>\n<em>Weihnachten im 18. Jahr des 21. Jahrhunderts soll deshalb als \u201eStille, heilige Nacht\u201c gefeiert werden \u2013 vertonte Worte, die sein 200 Jahren erklingen, sogar weltweit!<\/em><\/p>\n<p><em>Andere gewichtige, daher wuchtige Worte will ich als W\u00fcnsche uns allen widmen:<\/em><br \/>\n<em>\u201eIch w\u00fcnsche Augen, die die kleinen Dinge des Alltags wahrnehmen und ins rechte Licht r\u00fccken,<\/em><br \/>\n<em>ich w\u00fcnsche Ohren, die die Schwingungen und Untert\u00f6ne im Gespr\u00e4ch aufnehmen;<\/em><br \/>\n<em>ich w\u00fcnsche H\u00e4nde, die nicht lange \u00fcberlegen, ob sie helfen und gut sein sollen;<\/em><br \/>\n<em>ich w\u00fcnsche zur rechten Zeit das richtige Wort,<\/em><br \/>\n<em>ich w\u00fcnsche ein liebendes Herz, das zum Begleiten veranlasst, damit \u00fcberall wo einer\/eine von uns ist, Friede einzieht;<\/em><br \/>\n<em>ich w\u00fcnsche Freude, Liebe, Gl\u00fcck, Zuversicht, Gelassenheit, Demut.<\/em><br \/>\n<em>Ich w\u00fcnsche G\u00fcte \u2013 all das sind Eigenschaften, die das eigene Ich das werden lassen, was in jedem Menschen angelegt ist, jeden Tag ein wenig mehr: Denn Wachstum braucht Frieden.<\/em><br \/>\n<em>Ich w\u00fcnsche gen\u00fcgend Erholung und ausreichend Schlaf, Arbeit , die Freude macht, Menschen, die einander m\u00f6gen und bejahen und auch Mut machen; aber auch Menschen, die einander best\u00e4tigen, die anregen und motivieren und Vorbild sein k\u00f6nnen; die weiterhelfen, wenn einer\/eine traurig und m\u00fcde und ersch\u00f6pft ist.<br \/>\n<\/em><em>All das w\u00fcnsche ich\u201c (3) als Gabe des Christuskindes.<\/em><\/p>\n<p><em>Denn Gott ist in ihnen, in dir und in mir zur Welt gekommen, Mensch geworden! Gott sei Dank, dass er jeden Menschen in der Botschaft der heiligen Nacht anspricht, einen neuen Anfang des Menschseins zu wagen.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Quellenvermerke:<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">1)&nbsp; Vgl. P. Andreas Petith OMI, in: Bote von Maria Taferl, Dezember 2018, p. 3<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">2) Vgl. Nachrichten der Kleinen Schwestern Jesu 2018, p. 2<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">3) Vgl. b Marianum, Schulgottesdienst, 21.12.2018<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Text ist die Predigt von Pfarrer Norbert Rodt in der Christmette und in der Messe am Vormittag des 25. Dezember 2018. Kein Ultraschallbild, kein Mutter-Kind-Pass, kein erster Schrei, keine Geburtsurkunde gibt es von Joschuah, geboren in Betlehem, selbst das Jahr ist nicht sicher, aufgewachsen in Nazareth, lebend an der Pheripherie des r\u00f6mischen Reiches. 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