{"id":8079,"date":"2020-11-21T17:01:14","date_gmt":"2020-11-21T16:01:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/?p=8079"},"modified":"2020-11-28T17:34:00","modified_gmt":"2020-11-28T16:34:00","slug":"gott-schreibt-auch-auf-krummen-zeilen-gerade","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pfarregersthof.at\/komm\/2020\/11\/gott-schreibt-auch-auf-krummen-zeilen-gerade\/","title":{"rendered":"Gott schreibt auch auf krummen Zeilen gerade!"},"content":{"rendered":"\n<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder,<\/p>\n<p>in der \u00dcberschrift habe ich an eine theologische Weisheit erinnert, die uns bis heute als gl\u00e4ubige Redewendung in verschiedenen Lebensgeschichten begegnet, unseren tiefen Sehns\u00fcchten entspricht und uns ermutigt, sie auch in unserem pers\u00f6nlichen Leben Platz zu finden zu lassen. Wie oft vorl\u00e4uft n\u00e4mlich unser Leben ganz anders, auf ziemlich krummeren Wegen, als wir es uns ausgedacht haben. Es geht nicht nur um einzelne Situationen und Ereignisse, sondern auch um die gesamte Lebensgeschichte, die in eine ganz andere Richtung gehen kann, als wir es geplant haben. Wenn wir zur\u00fcckdenken an das, was wir selbst gedacht oder uns vorgenommen haben, dann stehen wir \u00fcberrascht oder sogar erschrocken vor der Frage: Wie war das m\u00f6glich? Was f\u00fcr einen Sinn soll das alles haben?<\/p>\n<p>Im Laufe der Zeit vergessen wir Antworten auf diese Fragen zu finden, sondern m\u00f6chten uns auf die neue und unvorhergesehene Wirklichkeit einlassen, das Gute daran sehen und vor allem erneut unser Leben&nbsp; meistern. Nat\u00fcrlich und zurecht beziehen sich in unserer Zeit diese Gedanken auch auf die Coronakrise. Obwohl diese Pandemie sehr einschneidend ist und oft die Gesundheit oder die Existenz von uns Menschen kostet, d\u00fcrfen wir nicht vergessen, dass es in unserem Leben um viel mehr geht als nur um dieses eine Ereignis. Unser Leben verl\u00e4uft n\u00e4mlich durch viele geplante und ungeplante Situationen hindurch, die offensichtlich oft unserem Zugriff entzogen sind, die aber Einer immer zum Guten wenden kann. Mit der Zeit sehen und verstehen wir das immer deutlicher.<\/p>\n<p>Was uns bei diesem Verstehen st\u00f6ren und es sogar verhindern kann, ist das st\u00e4ndige Vergleichen. Das ist eine Art des Nicht-akzeptierens, ein innerer Widerstand. Sie werden zur Quelle von Leid, Unruhe, Zwiespalt und tiefem Zweifel. Die einzige M\u00f6glichkeit, das zu vermeiden, in all dem die Hoffnung nicht zu verlieren und uns nicht \u00fcber die Wirklichkeit des Lebens zu gr\u00e4men, kommt von unserem Glauben: Es gibt Einen, der auch auf noch so krummen Zeilen gerade schreiben kann. Der Hl. Augustinus formulierte es so: \u201eDen Sprung ins Ungewisse \u2026 wagen und sich ganz Gott \u2026 \u00fcberlassen.\u201c Auf diesen Gott, der sich in einer langen Glaubensgeschichte bereits als treu erwiesen hat, d\u00fcrfen auch wir uns verlassen. Darauf sollten wir ganz besonders in den Momenten setzen, in denen unser Kopf nichts versteht, unser Herz nur weint und unsere Seele sich auf eine tr\u00f6stliche Ruhe hin zu \u00f6ffnen versucht, die nur von Gott kommen kann.<\/p>\n<p>Besonders die Lebensgeschichten von vielen biblischen Personen zeigen, dass der Herr der Welt sogar aus Schwachheiten, Fehlern, falschen Entscheidungen, S\u00fcnden und allen Widrigkeiten des Lebens das Gute ziehen, es gelingen lassen und auf eine g\u00e4nzlich unerwartete Weise allem einen Sinn zu geben vermag. Treffend hat das Dietrich Bonhoeffer so auf den Punkt gebracht: \u201eIch glaube, dass auch unsere Fehler und Irrt\u00fcmer nicht vergeblich sind, und dass es f\u00fcr Gott \u2026 nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden als mit unseren vermeintlichen Guttaten&#8230;&#8220;.<\/p>\n<p>In diesem Sinne m\u00f6chte ich Ihnen versichern: F\u00fcrchtet euch nicht, weil Jesus Christus in und mit seiner Kirche bei uns bleibt bis ans Ende der Welt. Habt Mut, weil Gott sogar auf unerh\u00f6rt krummen Zeilen des Lebens unwahrscheinlich gerade schreibt! Diese begl\u00fcckende Erfahrung w\u00fcnsche ich immer uns allen, besonders in dieser schwierigen Zeit.<\/p>\n<p>Ihr <span style=\"color: #3366ff;\"><em>Arkadiusz Zakreta CM<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder, in der \u00dcberschrift habe ich an eine theologische Weisheit erinnert, die uns bis heute als gl\u00e4ubige Redewendung in verschiedenen Lebensgeschichten begegnet, unseren tiefen Sehns\u00fcchten entspricht und uns ermutigt, sie auch in unserem pers\u00f6nlichen Leben Platz zu finden zu lassen. 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