Seit Aschermittwoch steht unter dem Altar der Pfarrkirche eine kleine Schale mit Erde. Darin steckt ein Reagenzglas. Darauf liegt ein Stein.
Im Familiengottesdienst am Aschermittwoch haben wir das Halleluja begraben: den Liedtext ins Reagenzglas gelegt, in die Erde gesenkt, einen Stein darauf. Von Aschermittwoch bis Ostern verstummt das Halleluja – eine alte Tradition. Wir warten.
Doch was begraben liegt, kann auferstehen. Zu Ostern holen wir es wieder hervor. Das Reagenzglas ist kein Zufall: In der Fastenzeit begleiten unsere Kinder Emma durch das Oster-Labor – 47 Experimente bis Ostern. Das erste war: Erde halten. Die Erde erinnert an den Satz des Aschermittwochs: „Bedenke Mensch, dass du Staub bist.” Ein Bild der Verbundenheit. Wir gehören zur Erde, zur Schöpfung, zueinander.
Die Fastenzeit ist eine Zeit des Wartens – still, dunkel, fruchtbar. Wie ein Same, der noch nicht aufgegangen ist. Aber aufgehen wird.
Der Stein bleibt bis zur Osternacht.
Wer mag, kann kurz stehen bleiben und die Erde betrachten.
Arthur

