Gedanken zu den Sonntags-Bibelstellen – 11.8.

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In diesem Sommer wurden Frauen und Männer aus unserer Pfarrgemeinde von Pfarrer Norbert eingeladen, vor allem in den von unserem indischen Aushilfskaplan Suresh geleiteten Samstagabendmessen ihre Gedanken zur den Lesungen des Sonntags allen Gottesdienstbesuchern vorzutragen.

Hier die Gedanken von Gabi Huber zu Weish 18, 6-9 und Lk 12, 32-48 vom 10./11.8.:

Liebe Gemeinde, liebe Schwestern und Brüder !

Ich habe auf Ersuchen von Pfarrer Norbert den Predigtdienst für dieses Wochenende übernommen und ich habe ihn gerne übernommen. Ich möchte euch ganz einfach Anteil geben an den Gedanken, die ich mir beim Lesen der Bibeltexte gemacht habe.

Zwei Gedanken stehen für mich im Vordergrund:
„In Sehnsucht ein Leben lang auf dem Weg“ und
„Die Zusage Gottes trägt mich“

In uns Menschen lebt eine Sehnsucht nach dem ganz anderen, nach dem was uns und unser Leben übersteigt und das uns doch eng mit dem ganz anderen verbunden sein lässt, der uns Freiheit schenkt und die Hoffnung und den Glauben, dass wir selber und unser leben Sinn haben.

Die Lesung nennt 2 biblische Gestalten als Beispiele und Zeugen für den Glauben: Abraham und Sara.

Abraham gilt als Vorbild des gläubigen Menschen, weil er sich im Vertrauen auf Gott auf den Weg in ein völlig unbekanntes Land  gemacht hat.  Er packt tatsächlich seine Sachen zusammen und zieht los, weil er sich auf Grund der Hoffnung und Sehnsucht, die er spürt, einlässt und sich auf den Weg macht. Gott ist für Abraham die Möglichkeit, dass es gut geht.

Sara, seine Frau, wird als Beispiel hingestellt, weil sie Gottes Verheißung traute, schwanger zu werden, trotz ihres Alters, das ihr nach menschlichen Maßstäben keine Kinder mehr gestattete.

Nun wissen wir aus der biblischen Geschichte, dass auch diese beiden nicht immer unbeirrt feststanden in ihrem Glauben. Abraham hat öfter gezweifelt; einmal hat er sogar seine Frau verleugnet, weil er zu feige war, als Ehemann zu ihr zu stehen.

Und Sara hat zuerst über die Verheißung Gottes gelacht, weil sie sich sagte: meine Fruchtbarkeit ist schon längst erloschen.

Auch Abraham und Sara mussten das Feststehen im Glauben erlernen. Sie waren ihr ganzes Leben lang „auf dem Weg“ dazu. Dieses lernen müssen gehörte ebenso zu diesen beiden großen Glaubensgestalten wie das Vertrauen auf Gott und dessen Führung. Sie wurden zu Vorbildern, weil sie beharrlich an diesem Vertrauen festhielten und  es immer wieder mit Gott versuchten. An ihrer Geschichte können wir ablesen, dass auch Krisenzeiten zum Glauben dazugehören, ja dass gerade sie fruchtbar werden können für einen vertieften und gereiften Glauben.

Das Feststehen im Glauben, bedeutet also nicht, sich nie bewegen und orientieren zu müssen. Sondern dieses Feststehen bedeutet: Ich darf auf die Zusage Gottes vertrauen, wie auf einen festen Boden, der hält und trägt. Und dieser Boden gibt mir die Sicherheit, dass ich mein Leben wagen kann, auch wenn es manchmal  über Stock und Stein geht.

Wenn wir so auf dem Boden unseres Glaubens feststehen, dann dürfen wir auch immer wieder einen Schritt in Unbekanntes wagen, dann dürfen wir auch zweifeln und fragen, denn dieses Fundament, die Zusage Gottes, trägt uns durch alles hindurch.

Wir dürfen immer wieder neu anfangen und auf die Treue Gottes und seine Zusage vertrauen.

Für diese Zusage, sagt Jesus im Evangelium, sollen wir immer wach sein. Christ-sein meint eine Lebenseinstellung und daher ständige Breitschaft. Wir wissen zwar nicht wann und wie genau sich diese Zusage erfüllen wird, dafür steht eben Gott selber ein.

Und daran festzuhalten und zu glauben, dass wir von unserem Gott  nie alleine gelassen werden, das lohnt sich für uns genauso, wie es sich für Abraham und Sara und die Glaubenszeugen aller Zeiten gelohnt hat.

Gott ist ein Gott der Liebe, des Lebens und der Lebendigkeit und erwartet, dass wir unsere Entscheidungen im Leben so treffen, dass wir liebender und lebendiger werden.

Vielleicht kann uns Teresa von Avila in den vielen Entscheidungen unseres Lebens helfen, wenn sie sagt:“ Tu das, was am meisten Liebe in dir erweckt!“

 Gabi Huber

Eine Übersicht der Nachlesen ist hier zu finden.

 

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