Tag des Judentums 2014

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Am 17. Jänner wurde im Jahr 2014 der Tag des Judentums begangen. An diesem Tag besinnen sich die christlichen Kirchen in Österreich ihrer geistlichen Verbindung zum Judentum. An diesem Tag soll aber auch an die Geschichte der Juden in Österreich erinnert werden. Eine Gedenkfeier in diesem doppelten Verständnis wurde am 16. Jänner im 18. Bezirk gestaltet. Lesen Sie hier den Bericht des Gestalters der Feier, Dr. Heinrich Bica, und sehen Sie Fotos von Dr. Ulrike Kozeschnik:

Am 16. 01. 2014 fand in der Kapelle der Schulbrüder (De la salle – Schulbrüder) in 1180 Wien, Schopenhauerstraße 44-46 eine Gedenkfeier statt, die an den Währinger Tempel,  der in der Schopenhauerstraße 39 stand, erinnerte. An dieser Stellen danke ich nochmals Direktor Eva Lenz, die die Kapelle für diese Feier sofort zur Verfügung gestellt hatte.
Die Initiative und die Einladung für diese Gedenkfeier ergriff der Ökumenekreis des Dekanates 18 in Zusammenarbeit der ökumenisch vernetzten Dekanate 13 bis 19.

2014-01-16-TagJudentumW18-f3Nach der Begrüßung durch Dechant Pfarrer Msgr. Dr. Norbert Rodt sprach Univ. Prof. i.R. Dr. Martin Jäggle einleitende Worte. Er zitierte unseren Bischof von Rom, Papst Franciscus: „Gott ist dem Bund mit Israel immer treu geblieben, und die Juden haben trotz aller furchtbaren Geschehnisse dieser Jahrhunderte ihren Glauben an Gott bewahrt. Dafür werden wir ihnen als Kirche, aber auch als Menschheit, niemals genug danken können.“

Es war wohl das erste Mal, dass ein jüdischer Kantor in dieser Kapelle gesungen hat. Kantor Robert Singer erklärte kurz die Texte (z.B.: „Höre Israel“) und sang dann auf Hebräisch die von ihm vorbereiteten Gesänge. Eine Schriftrolle, ein siebenarmiger Leuchter und eine von Kindern gestaltete Kerze lagen am Altar.

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Mit klaren Worten wurde von Pfarrer Dr. Peter Zitta das Schuldbekenntnis vorgetragen. Daraus einige Sätze: Herr, unser Gott, wir bekennen vor dir, dass wir uns als Kirchen schuldig gemacht haben an deinem Volk Israel. Wir bitten dich um dein Erbarmen und deine Vergebung. Öffne uns die Augen für das Geheimnis deiner Wege. Wir bitten dich um dein Erbarmen und deine Vergebung.

Dr. Roger Wüst (Dekanat 17) und Dr. Elisabeth Lutter (Dekanat 19) trugen abwechselnd die Fürbitten vor, auf die jeweils der Vers „Herr erbarme dich…“ gesungen wurde. Während der Fürbitten zündete ein Schulkind Kerzen an und verteilte sie mit konzentriertem Ernst und Sorgfalt an viele der Anwesenden.

Gregor Viilukas las aus dem Buch „Als hätten wir dazugehört“ Erinnerungen von George V. Wolfe; und den Text von Frau Doris Weis (Leiterin des Währinger Bezirksmuseums) über den Bau der Synagoge.

Besonders gefreut haben wir uns, dass die Urenkelin des Architekten des Währinger Tempels Jakob Modern Elisabeth Ganglberger bei dieser Feier anwesend war und ein paar Worte an die Anwesenden gerichtet hat. „Obwohl sie sehr oft durch die Schopenhauerstraße spazierte, wurde ihr erst 1995 klar, das Jakob Modern ihr Urgroßvater ist“, erzählte sie.

2014-01-16-TagJudentumW18-f2Am Ende der Feier wurde der aaronitische Segen von Pfarrer Dr. Norbert Rodt und dem evangelischen Pfarrer i.R. Mag. Manfred Golda gesprochen und unvergleichlich melodiös von dem jüdischen Kantor gesungen.

 

Danach zogen wir mit den Kerzen und mit Gesang „Shalom Chaverim“ an den Ort der ehemaligen Synagoge Schopenhauerstraße 39 zu einem stillen Gedenken.

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Mit einer kleinen Agape, gerichtet  von der Direktorin der Schule der Schulbrüder, schloss die Feierstunde, die wohl erstmals an diesem Ort Juden und Christen verschiedener Konfessionen zu einem so berührenden Gebet vor dem einen Gott versammelte.

Dr. Heinrich Bica
(Ökumenekreis 18)

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