Carmen rasante im Papiertheater

Beim 60plus-Termin im Februar wurde zum Papiertheater Ulrich Chmels eingeladen. Das ist ein Theater, das man nicht besuchen muss, sondern das ins Haus kommt, in diesem Fall das Gemeindezentrum der Pfarre und rund 40 haben die „Carmen rasante“ verfolgt.

Die Musik stammt aus einer Einspielung der Oper Carmen unter Dr. Karl Böhm. Um die langwierige Handlung rasch und einfach verfolgbar zu machen, hat Chmel eine Rahmenhandlung gebaut: es werden Proben für eine kommende Aufführung verfolgt, Moderator dessen ist ein gewisser George Bizet – ach ja, der Komponist von Carmen. Die agierenden Figuren sind aus Papier gemacht, nach Vorlagen aus dem 19. Jahrhundert, und werden von Chmel mit Draht und Fäden durch die etwa 40 cm breite Bühne geführt.

Papiertheater wurden in der Zeit des Biedermeiers erfunden. Sie sollten die Unterhaltung aus großen und mit hohen Kosten verbundenen Theateraufführungen in den kleinen Rahmen einer Familie bringen. Hilfsmittel zum Bau der Kulissen für die Bühne und der kleinen Figuren wurden von Verlagen als farbig bedruckte Papiere zur Verfügung gestellt. Heute ist wenig davon übrig geblieben. Chmel hat einige Quellen gefunden und auch im Theatermuseum kann man sich darüber informieren.

Von den Gersthoferinnen und Gersthofern wurde die „Carmen rasante“ mit Freude verfolgt und der Wunsch ausgesprochen, im Fasching 2020 wieder ein Papiertheater bestaunen zu können.

Hier noch einige Fotos zur Aufführung und zur anschließenden Einführung von Chmel in den Backstage seines Papiertheaters.

Fotos: Michael Steidl

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