Gottesdienst-Texte für zuhause zum 26.4.2020

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Leider können wir derzeit nicht in der Pfarrkirche oder Johannes-Nepomuk-Kapelle gemeinsam eucharistischen Gottesdienst feiern. Aber es steht zusammenlebenden Menschen, einer Familie frei, am Sonntag eine Feier vor allem mit den Bibelstellen des Tages zu halten. Dazu sollen diese Texte eine Anregung sein.

Für einen Gottesdienst mit Kindern gibt es einen Kinder-Kirche Text für diesen Sonntag als PDF.

3. Sonntag der Osterzeit, 26. April 2020

Einführung in die gottesdienstliche Feier

Viele Menschen haben in dieser Ausnahmezeit Ostern zu Hause gefeiert. Wie viele glauben daran, dass Jesus wahrhaft auferstanden ist? Welche Auswirkungen hat dieser Glaube auf unser konkretes Leben? Es wird erzählt, dass die Jünger dem Auferstandenen persönlich begegnet seien. Wie können wir dem Auferstandenen heute begegnen?

Vieles mag dennoch schwer und dunkel bleiben in unserem Leben in dieser Welt. Im Glauben an die enge Verbindung mit dem auferstandenen Herrn gewinnen wir die Gewissheit, dass sich alles zum Guten wenden wird.

Kyrie-Rufe

Herr Jesus Christus,
du hast uns von der Fessel des ewigen Todes befreit.
Herr, erbarme dich.

Du hast uns neues Leben und neue Hoffnung geschenkt.
Christus, erbarme dich.

Du öffnest auch uns die Augen des Glaubens.
Herr, erbarme dich.

Gebet

Barmherziger und menschenfreundlicher Gott, wo immer wir uns mühen in den Dingen unseres Lebens;
wo immer wir tun, was notwendig ist; wo immer wir mitbauen an deinem Reich:
Ohne dich geht nichts. Lass uns immer wieder neu erfahren, wie du uns im Leben stärkst und nährst.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Bruder

Lesungen aus der Bibel

1. Lesung: Apostelgeschichte 2,42-47

2. Lesung: 1. Petrusbrief 1,17-21

Evangelium nach Lukas 24,13-35

Predigt von Pfarrer Norbert

Seit Mitte März ist die Welt bei uns eine andere! Ausgangssperren sollten die Ausbreitung des bisher unbekannten Virus verhindern. Ängste machen sich breit – besonders durch das ungewohnte Gefühl der Einschränkung eigener Freiheit. Auch das religiöse Leben ist „heruntergefahren“: Gottesdienste sind ausgesetzt, Seelsorge auf ein Minimum reduziert. Mangelerscheinungen treten auf. Defizite müssen ausgehalten werden. Ich nenne diese „Hunger“. Hunger ist die Folge von Mangel an Nahrung.
Ich stelle fest: Ekklesialer Hunger stellt sich ein! Jesu Wort stimmt: „Wo zwei oder drei in meinem Namen beisammen sind bin ich in ihrer Mitte.“ Bei uns in Gersthof sind ca die Hälfte Einpersonenhaushalte. Demnach ist ein großer Teil unserer Christenhaushalte durch nur eine Person ausgestattet. Einsamkeit macht krank, wird in diesen Tagen diagnostiziert. Aber es stimmt auch das Wort des Kirchenlehrers: „Ein Christ ist kein Christ.“ Das Fehlen des Mitchristen, des gläubigen Nachbarn in der Kirchenbank, die betende und singende Gemeinde lassen vereinsamen, lassen krank werden. Ein solches Fehlen schmerzt!
Ich stelle weiters fest: Eucharistischer Hunger ist vorhanden. Keine gottesdienstliche Feier: die eucharistische Feier fehlt. Es mangelt am Brot des Lebens. Keine Schwester, kein Bruder reicht die Hostie. Dieser Hunger bleibt ungestillt!
Jetzt erahnen wir zumeist satte Europäer die Klage der Völker Amazoniens, weltweit bekannt geworden bei der gleichnamigen Synode im Herbst 2019: „Wir haben eucharistischen Hunger.“ Entbehrungen durch Priestermangel sind diesen Völkern abverlangt, ja zugemutet. Nun sogar fortgesetzt, weil die Synode keine einschlägigen Ergebnisse erbracht hat.
Ich stelle gläubig fest: Ich kenne EINEN, der zu Tische lädt: Im heutigen Evangelium auf dem Kohlenfeuer Brot und Fisch. Zusätzlich Fische vom aktuellen überraschenden Fang.
„Kommt und esst“ war das einladende Wort Jesu an seine Freunde.
Auch wir werden bald – in unserer Kirche – die Worte hören: „Kommt und esst.“
Für unseren durch Wochen erlebten Hunger die ersehnte Sättigung. Bringen wir zum Tisch des Herrn auch all jene mit, die heute und immer und überall kirchlich und eucharistisch Hunger leiden: virtuelle als geistige Nahrung ist zu wenig und sättigt nicht!

Allgemeines Gebet – Fürbitten

Gott beruft uns in die Nachfolge Jesu. Ihn bitten wir:
*  Für alle Menschen, die auf der Suche nach dem Sinn ihres Lebens sind.
*  Für alle, die an Einsamkeit und Isolation leiden.
*  Für alle, die Zorn und Wut in ihrem Herzen tragen.
*  Für alle Angehörigen, die unter schwierigen Bedingungen Abschied von ihren Verstorbenen nehmen müssen.

Gott, du richtest uns immer wieder auf und schenkst uns deine Nähe.
Dafür loben wir dich, heute und alle Tage unseres Lebens. – Amen.

Meditation

Wenn das Leben glückt,
wenn sich gute Tage aneinanderreihen
wenn viele Freunde um uns sind
wenn die Arbeit Freude macht
dann bitten wir
Herr bleibe bei uns

Wenn der Schwung erlahmt,
wenn uns Mutlosigkeit überkommt
wenn Angst und Zweifel unsere Tage füllen
wenn der Alltag zur Last wird
dann bitten wir
Herr bleibe bei uns

Wenn Träume ihren Glanz verlieren,
wenn uns niemand braucht
wenn unsere Worte nicht ankommen
wenn sich Einsamkeit ausbreitet
dann bitten wir
Herr bleibe bei uns

Wenn unsere Mühe keine Frucht bringt,
wenn wir müde und leer werden
wenn wir dich ganz dringend brauchen
weil wir ohne dich nichts tun können
dann bitten wir
Herr bleibe bei uns

Liedvorschläge

(Videos dazu darunter.)

Eröffnung: GL 328: „Gelobt sei Gott im höchsten Thron“

Gloria: GL 383: „Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt“

Dank: GL 472: „Manchmal feiern wir mitten im Tag

Dieser Gottesdienst wurde von Erwin Schinner erstellt!

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