Vor dem Tod nicht verzagen – Allerseelen

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Am Allerseelentag 2.11., der heuer auch ein Sonntag war, hat sich die 10 Uhr Messe mit dem Umgang mit dem Tod, mit der Bewältigung der Trauer auseinandergesetzt. Hier finden Sie dazu einige der Texte, die zu hören waren.

Einführung: Im heutigen Allerseelen-Gottesdienst wollen wir all unserer Verstorbenen gedenken. Sie sind bereits durch das endgültige Sterben hindurchgegangen und im unverlierbaren Leben angekommen. Sie sind uns vorausgegangen. Wir, die wir zurückgeblieben sind, stehen vor der Herausforderung mit diesem Verlust umzugehen, unser Leben trotz Lücke weiterzuführen. Es sollen daher in diesem Gottesdienst auch um trauernde Menschen, um uns, gehen.

IMG_0870Zum Altar hin liegen heute braune Tücher. Diese stehen für den Weg des Lebens aber auch für den Weg der Trauer. Denn die Trauer ist ein Prozess, der seine Zeit braucht. Es begegnen einem die unterschiedlichsten Gefühle: Angst, Wut, nicht-wahrhaben-wollen, die Frage nach dem Warum, Schuldgefühle, Dankbarkeit. Sie alle haben ihre Berechtigung.

Auf den Altarstufen steht eine Wasserschale. Sie steht für Übergang und Wandlung. Sie ist einerseits die Schwelle vom Leben in die neue Wirklichkeit, die unsere Verstorbenen schon überschritten haben. Sie ist aber auch Hoffnung für uns, dass ein Punkt kommt, an dem wir aus der Zwischenwelt der Trauer wieder heraustreten können, in ein neues Leben.

Hinter der Wasserschale liegen helle Tücher zum Altar hin. Diese sind Zeichen der gewandelten Trauer und Zeichen des überwunden Todes.

Zur Einstimmung auf den Evangeliumstext Gedanken des englischen Priesters Henry Scott Holland.

Der Tod ist nichts.
Ich bin nur in das Zimmer nebenan gegangen.
Ich bin ich und du bist du.
Was auch immer wir füreinander waren, das sind wir immer noch.

Sprich mich bei meinem altbekannten Namen an.
Sprich zu mir in der einfachen Art und Weise
die du immer schon verwendet hast.
Verändere deinen Ton mir gegenüber nicht.

Sei nicht zu feierlich oder zu traurig.
Lach weiterhin so, wie wir immer schon gelacht haben
über all die kleinen Scherze die wir so gemocht haben.
Spiele, lächle, denke an mich, bete für mich.

Lass meinen Namen für immer das familiäre Wort sein
das es immer schon war.
Ohne irgendeine besondere Betonung,
ohne die Spur eines Schattens.

Das Leben bedeutet das, was es immer schon bedeutet hat.
Es ist dasselbe das es immer schon war.
Da ist eine völlig ununterbrochene Fortdauer darin.
Was ist der Tod schon als ein unbedeutender Zwischenfall?
Warum soll ich aus deinem Sinn sein,
weil ich nicht mehr in deinem Blick bin?
Ich warte auf dich für einige Zeit,
irgendwo sehr nahe,
nur um die Ecke
Alles ist gut.

Text aus dem Johannes-Evangelium, 14. Kapitel:

Jesus sprach zu den Jüngern:
Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich!
Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten?
Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin.
Und wohin ich gehe – den Weg dorthin kennt ihr.
Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen?
Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.

 

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